Antwort auf einen Leserbrief

200px-UZ-Logo.svgIn der aktuellen UZ – Unsere Zeit – Zeitung der DKP vom 20. April findet sich ein Leserbrief mit der Überschrift „Deplaziert“ von Harald Bauer zu einem Artikel aus der Ausgabe vom 13. April. Harald Bauer schreibt: „Es gibt genügend Material über Jens Spahn, um ihn als Lobbyvertreter der Pharmaindustrie und Rechtsaußen bloßzustellen.Wenn der Autor aber Spahns sexuelle Orientierung ins Spiel bringt, so ist das völlig deplatziert.“ Er fährt fort mit: “Noch ärgerlicher Wageners Meinung, das Thema „sexuelle Orientierung“ hätte den Kampf um soziale Emanzipation und Solidarität verdrängt. Was soll der Begriff „unschlagbare Opferrolle“ angesichts der Verfolgung und Diskriminierung von Schwulen (nicht nur „Rosa Winkel“oder Paragraph 175). Hier begibt sich der Autor aufs Glatteis und – sicher ungewollt – in die Nähe homophober Positionen.”

Dem muss ich widersprechen. Klaus Wagener schreibt ja direkt weiter dass “Opfer prinzipiell schuldlos und unbedingt glaubwürdig sind”. Spätestens dort sollte man die Polemik im Text erkennen. Natürlich gibt es genügend Material gegen diesen Rechtsaußen in der Union und Lobbyvertreter der Pharmaindustrie. Ich finde es aber richtig in diesem Punkt auch seine sexuelle Orientierung zu benennen. Viel zu viele sind ja immer noch der Meinung dass man als Homosexueller automatisch auch fortschrittliche Positionen einnimmt. So wurde ja auch über den schwulen Kriegstreiber Volker Beck über Jahre fast nur positiv berichtet. Hätten wir keine Buttons tragen sollen “Gays against Guido”? Ich bin der Meinung gerade wenn es um Homosexuelle Arschlöcher geht muss man es benennen damit es jedem Aufgeht. Idioten, Ausbeuter, rechts Konservative bis hin zu Faschisten gibt es auch unter Homosexuellen. Wir sind nicht alle fortschrittlich es gibt auch das unter was der 37 Jährige CDU Karrierist Spahn segelt. Er segelt wie es Klaus Wagener treffend schreibt unter der Flagge “jung, dynamisch, schwul und reaktionär” und das muss in die Köpfe.

Mich wundert bei Spahn viel mehr wie er trotz offener Homosexualität in der Union derart Karriere machen konnte. Man darf nicht vergessen als Nachfolger für die umgezogene “Vertriebene” Erika Steinbach sitzt ja jetzt auch der Rechtsaußen der hessischen CDU HJ Irmer im Bundestag. Im Landtag war er nicht mehr tragbar aber in Berlin macht das ja nichts und fällt er dort zu sehr auf dann gibt es sicher noch ein Pöstchen im unnützlichsten Parlament wo es deutsche Abgeordnete gibt.

Richtig Überrascht war ich über Harald Bauers letzten Satz; “Die UZ täte gut daran, sich davon entschieden zu distanzieren und mit der fortschrittlichen LGBT-Bewegung zu solidarisieren.” Welche fortschrittliche LGBT-Bewegung er meint lässt er aber offen. Es gibt fortschrittliche Gruppen die sich für queer Rechte einsetzen, so auch DKP queer. Aber dabei von einer Bewegung zu sprechen, davon sind wir meilenweit entfernt! Ich hoffe ganz tief in mir drinnen, Harald Bauer meint damit nicht den LSVD.

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