Arschfick illegal

Die Karte zeigt, wo „Sodomie“ in den USA gestattet ist. In folgenden Bundesstaaten ist Analverkehr illegal: Idaho, Utah, Michigan, Virginia, North Carolina, South Carolina, Florida, Alabama, Mississippi, Louisiana. Nur für Schwule ist es verboten in Montana, Kansas, Oklahoma sowie Texas. (Grafik: DKP queer)

Die Karte zeigt, wo „Sodomie“ in den USA gestattet ist. In folgenden Bundesstaaten ist Analverkehr illegal: Idaho, Utah, Michigan, Virginia, North Carolina, South Carolina, Florida, Alabama, Mississippi, Louisiana. Nur für Schwule ist es verboten in Montana, Kansas, Oklahoma sowie Texas. (Grafik: DKP queer)

Acht Jahre nachdem der Oberste Gerichtshof der USA die sogenannten Sodomiegesetze („Sodomy Law“), welche u.a. Analsex unter Strafe stellten, als verfassungswidrig erachtete, ist die Republikanische Partei und ihre Anwälte schwer am Rotieren, dies zumindest für den US-Bundesstaat Texas aufrecht zu erhalten. Dort werden nämlich „homosexuelle Handlungsweisen“ immer noch im Strafgesetzbuch geführt. Das ist zwar nur eine formale Angabe ohne echte rechtliche Konsequenzen, aber die texanischen Gesetzgeber haben es bisher abgelehnt, dies zu streichen, da die meisten Republikaner es immer noch unterstützen.

Im Jahr 2010 hat die Republikanische Partei in Texas die Sodomiegesetze sogar zum Bestandteil ihrer offiziellen Politik gemacht und rief den Staat Texas auf, die Gesetzgebung des Landes (also der USA) außer Acht zu lassen. Ein Sprecher der Republikaner sagte: „Wir fordern das der Kongress seine durch die Verfassung der Vereinigten Staaten gegebene Autorität dazu nutzt, das sich aus der Rechtsprechung der Bundesgerichte bezüglich Fälle die mit Sodomie zu tun haben, herausgehalten wird.“

Gouverneur Rick Perry tat unterdessen die „Lawrence v. Texas“-Entscheidung als das Produkt von „neun Oligarchen in Roben“ ab. Offensichtlich hat er übersehen das es eine 6 zu 3 Entscheidung war. Bei „Lawrence v. Texas“ handelt es sich um einen Gerichtsfall der vor dem Obersten Gerichtshof verhandelt wurde. Der im Urteil von 2003 schließlich in der Abschaffung der Sodomiegesetze endete. Diese Gesetze hatten Analverkehr zwischen erwachsenen Männern unter Strafe gestellt. Analog wurden auch viele weitere Gesetze aufgehoben, die verschiedene andere einvernehmliche sexuelle Praktiken unter Strafe gestellt hatten. Dieses Urteil wurde insbesondere für schwule US-Amerikaner als Meilenstein auf dem Weg zur Emanzipation gehandelt und erregte in den USA großes öffentliches Aufsehen.

Texas ist aber nicht der einzige Bundesstaat in den USA, der die Schlafzimmer-Aktivitäten seiner Bürger rechtlich reguliert. Insgesamt 14 Staaten haben noch derartige Gesetze, die die einvernehmliche anale Penetration zweier nicht in Beziehung miteinander lebender Erwachsener ächten. Im O-Ton ist dort u.a. die Rede von „abweichendem sexuellen Verhalten“, „schändlichen Verbrechen gegen die Natur“, „Sodomie“ und „Unzucht“.

Die Konservativen unternehmen große Anstrengungen, die entsprechenden Gesetzespassagen zu erhalten. Seit der Entscheidung des Obersten Gerichtshofes von 2003, wurde der Aufforderung zur formalen Entfernung dieser Gesetze in Montana, Kansas, Utah, Louisiana, North Carolina und Texas mit Widerstand begegnet. Die reaktionären Fürsprecher in diesen US-Staaten wissen zwar, das sie dieses „Recht“ nicht mehr durchsetzen können, aber dadurch das sie sie in ihren Gesetzesbüchern erhalten, können Sie weiterhin die Botschaft verbreiten, das Homosexualität durch die Regierung offiziell verurteilt wird.

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