Berger und Krause … Und Tschüss

Daniel Krause auf dem Cover seines Buches "Als Linker gegen Islamismus – Ein schwuler Lehrer zeigt Courage" HJB-Verlag

Daniel Krause auf dem Cover seines Buches „Als Linker gegen Islamismus – Ein schwuler Lehrer zeigt Courage“ HJB-Verlag

Einmal mehr macht Daniel Krause von sich reden. Der rassistische Politik-Lehrer hatte in der Radiosendung „Tagesgespräch“ auf WDR 5 zum Thema „Auschwitz und ich“ angerufen und sich hierzu folgendermaßen geäußert:

Den Schülern würde es langsam reichen, Jahr für Jahr hätten sie das Thema im Unterricht und müssten immer wieder Gedenkstätten besuchen. „Mich persönlich interessiert Auschwitz privat überhaupt nicht“, so Krause wörtlich. „Ich beschäftige mich lieber mit dem IS-Terrorismus, mit dem Islamismus. Mir geht sogar die Massentierhaltung emotional näher als Auschwitz. Alle 20 Minuten sterben sechs Millionen Tiere, das geht mir emotional viel näher.“

Die Bezirksregierung Arnsberg hat nun, zwei Tage nach der live Senung den Lehrer aus Unna vom Dienst suspendiert. Mit dieser erneuten Suspendierung habe der Regierungspräsident ein klares Zeichen setzen wollen, teilte ein Sprecher der Bezirksregierung der bürgerlichen Presse mit. Schon einen Tag nach der Sendung hatte die Leiterin der Schulabteilung Frau Blasberg-Bense erklärt: „Wir überprüfen, ob Herr Dr. Krause fachlich dazu geeignet ist, Politik zu unterrichten.“ Wir finden, dass Krause dies nicht ist.

Schon vor zweieinhalb Jahren, am 9. Juni 2012 wurde Krause durch eine Rede auf einer Kundgebung der rechtspopulistischen Vereinigung „Pro NRW“ bundesweit bekannt. Dort hatte er u.a. gesagt: „Als bekennender Homosexueller habe ich mehr Angst in Deutschland vor Islamisten als vor Nazis“ (dkp-queer.de berichtete). Das Verwaltungsgericht Münster urteilte im Mai 2014, dass dies als „privat“ zu werten sei und hob die Suspendierung wieder auf. Seine Bezüge für die 16-monatige Suspendierung mussten nachgezahlt werden und er durfte wieder unterrichten. Immerhin wurde er nichtmehr auf Kinder und Jugendliche losgelassen sondern in der Erwachsenenbildung eingesetzt. Ein Schüler, der bei Krause Deutschunterricht hatte, sagte zu WDR-Reportern: „Es gibt Schüler, die nicht mehr zu ihm in den Unterricht kommen. Sie verweigern, mit ihm zu arbeiten, weil er andauernd Sprüche drückt über den Islam und so.“

Während seiner Suspendierung schrieb und veröffentlichte Krause das Pamphlet „Als Linker gegen Islamismus – Ein schwuler Lehrer zeigt Courage“ im HJB-Verlag, der vor allem für Science-Fiction bekannt ist. Wir hoffen dass nicht schon wieder sowas in der neuen Suspendierung entsteht. Dass er sich nach wie vor als „Linker“ verortet ist eine ernste Gefahr für die linke Bewegung an sich. Denn was er betreibt ist annähernd schon ein Ansatz von Querfront. Natürlich ist der Islamismus wie jeder religiöse Fundamentalismus auch eine große Gefahr, wenn man ihn aber derart, also rassistisch, formuliert wie es Krause seit Jahren tut und dies auch noch publiziert birgt dies ein ernst zu nehmendes Risiko. Und da ist die Relativierung des Holocaust, der industriellen Vernichtung der europäischen Juden ein weiterer Schritt von Krause in die neofaschistische Ecke.

David_Berger_WikiEs geht Schlag auf Schlag. Nun ist auch der „Männer“-Chefredakteur David Berger „mit sofortiger Wirkung“ von seinen Aufgaben entbunden und freigestellt worden.

Grund für die Trennung war die Veröffentlichung von Daniel Krauses Polemik „Der Islamismus und die queere Szene“ durch Berger im „Männer“-Kanal des Medienpartners „Huffington Post“ – nur einen Tag, nachdem der Politik-Lehrer im WDR den Holocaust verharmloste

Die Frage, ob David Berger als Chefredakteur eines Schwulenmagazins geeignet ist, wurde im November 2014 von der Deutschen Aids-Hilfe angestoßen, als sie aus Protest ihre Anzeigenschaltungen stornierte (dkp-queer.de berichtete).

Gerüchte über eine Absetzung Bergers gab es schon seit Freitag. Er hatte in einem Facebook-Beitrag von einer „schönen Abschiedsvorstellung auf m-maenner.de“ geschrieben.

Berger kommentierte auf seiner Facebook-Seite nach seiner Freisetzung: „Wenn ein durch die Leser finanziertes Homo-Magazin aus Angst vor dem Islamismus und einem großen Werbekunden in die Knie geht, ist das eine dunkle Stunde für den Journalismus insgesamt.“

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