Cuba queer 2018

cuba 2Vom 4. bis 18. Mai finden zum elften Mal in Havanna und Pinar del Rio die „Kubanischen Tage gegen Homophobie und Transphobie“ statt. Initiiert und organisiert werden sie durch das Nationale Zentrum für Sexualaufklärung (Cenesex), unterstützt durch die Kommunistische Partei, das Bildungsministerium, die Föderation der kubanischen Frauen, dem Dachverband der Gewerkschaften sowie anderen Institutionen und Organisationen.

Mariela Castro Espin

Mariela Castro Espin

Die Vorsitzende von Cenesex, die Genossin Mariela Castro Espin, hob auf einer Pressekonferenz hervor, wie wichtig die Erziehung zur Überwindung von Vorurteilen ist. Auf Kuba gibt es immer noch zu wenige Studien zu Homophobie und Transphobie, insbesondere über die Entstehung von Vorurteilen und Stereotypen im Zusammenhang mit Geschlechterrollen so Mariela weiter.

Damit unterstrich sie die Forderungen nach noch umfassender Sexualaufklärung. Auch forderte sie die baldige Einführung der Ehe für alle.

Leider gibt es auch im sozialistischen Kuba immer noch Fälle von physischer, verbaler und psychologischer Ablehnung bei Schülern und Lehrern, die geschlechtsspezifischen Äußerungen nicht billigen. Um das zu ändern finden Konferenzen, Workshops, Fotoausstellungen, Konzerte und Filmvorführungen statt.

cubaWie in den letzten Jahren wird es auch 2018 einen Demonstrationszug in Havanna, die „Conga Cubana“, entlang der Linea geben. Der Abschluss findet im Freizeitzentrum Jose Antonio Echevarria mit mehreren Künstlern wie dem Humoristen Panfilo und der populären Musikgruppe Los Van Van statt.

Da ab Juli die Diskussion über eine Verfassungsreform beginnen wird, könnte die Ehe für alle auf Kuba nicht mehr in zu weiter Ferne liegen. Mariela sprach sich auch über die Notwendigkeit härterer Sanktionen gegen Gewalt und Homophobie im Straf- und Familienrecht aus. Sie sagte, dass sowohl die Kommunistische Partei als auch die Regierung Bildungsprogramme in Bezug auf LGBT-Rechte unterstützen und ausbauen werden.

In Bezug auf den neuen kubanischen Präsidenten, den Genossen Miguel Diaz-Canel sagte Mariela, dass er sensibel gegenüber queer-Rechten auf der Insel ist. „Er ist ein junger Mann, der das Cenesex zu seinen Verantwortungsbereichen zählt, seitdem er Funktionär des Kommunistischen Jugendverbandes (UJC) war. Er hatte also viel Zeit sich mit dieser Angelegenheit vertraut zu machen. Schon als Diaz-Canel in den 1990er Jahren Sekretär der Kommunistischen Partei in der Provinz Villa Clara war, unterstützte er das Kulturzentrum „El Mejunje“, das zu einem Wahrzeichen der queer Gemeinschaft geworden ist.

Mariela sagte auch, dass ihre Mutter, Vilma Espin, sehr viel Sorgfalt bei der Ausbildung dieser UJC-Funktionäre in Bezug auf Inklusionsthemen verwendet hat. „Wir haben das Glück, jemanden zu haben, der bereits sensibilisiert wurde, aber auch mein Vater wurde von meiner Mutter sensibilisiert und ausgebildet. Deshalb hat er Prozesse eingeleitet, damit dieses Thema innerhalb der Kommunistischen Partei Kubas verstanden wird.“

Mariela machte auch deutlich, dass die Pläne für queer-Rechte nicht ausschließlich von der derzeitigen Parteiführung abhängt, sondern vielmehr von „der Kontinuität der Politik der kommunistischen Partei, die sie bereits mit CENESEX entwickelt haben“.

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