Deutsche Gründlichkeit bis in den Darkroom

news2In der Nacht vom 23. auf den 24. September 2010 kam es im Homo-Kiez rund um den Nollendorfplatz in Berlin zu Polizeirazzien. Hintergrund war offenbar das Bestreben des Ordnungsamtes, das fü r Ba rs, Kneipen, Restaurants etc. verhängte Rauchverbot auf Einhaltung zu überprüfen. Dabei wird natürlich um Regenbogen-Etablissements kein Halt gemacht, was auch völlig in Ordnung ist. Was jedoch wiederum beeindruckend ist, ist die preußische Gründlichkeit mit welcher die Ordnungshüter vorgegangen sind. Selbst vor dem Darkroom wird kein Halt gemacht.

Das schwul-lesbische Berliner Stadtmagazin Siegessäule berichtete dazu:

Wie Augenzeugen der Siegessäule mitteilten, sind gegen zwei Uhr morgens mehrere Uniformierte mit Taschenlampen ausgestattet bis in die Darkrooms der entsprechenden Bars vorgedrungen, haben die Personalien von Rauchern aufgenommen und Anzeige gegen einige der Ladenbetreiber gestellt. Thomas Birk (Mitglied des Abgeordnetenhauses für Bündnis 90/Die Grünen) nennt den Großeinsatz der Polizei im Zusammenhang mit dem Nichtraucherschutz bis in die Darkrooms hinein „unverhältnismäßig“.

Man muss sich fragen, was diese Kontrollen bis in die Sphäre des Intimen bezwecken sollen. Es gibt Grenzen, die hier überschritten wurden. Ein Zusammenhang besteht nicht zuletzt sicher auch in dem Mißverhältnis der gerade von bürgerlicher Seite vielgepriesenen Akzeptanz von Schwulen, Lesben usw. und der gesellschaftlichen Realität in der BRD.

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