Die LSU wird mal wieder gebraucht

Einmal mehr sind die LSU (Lesben und Schwule in der Union) gefragt, ihrer einzigen größeren Aufgabe nachzukommen, sich für homophobe CDU Mitglieder zu entschuldigen. Wieder einmal hat ein CDU Mann seine Klappe zu weit aufgerissen. Kai Hähner von der CDU Chemnitz (Karl-Marx-Stadt) hat in einer e-Mail dem CSD Leipzig vorgeworfen, Werbung für Homosexualität zu machen und damit Kinder vom „rechten Weg“ abzubringen.

kai-hahnerHähner, der den CDU-Ortsverband Chemnitz Mitte-West führt und Bezirksvorsitzender der revanchistischen „Ost- und Mitteldeutschen Vereinigung“ ist, kritisierte die CSD-Organisatoren wegen ihrer Öffentlichkeitsarbeit: „Leben Sie, wie Sie wollen, im Privaten und lassen Sie andere mit Ihrer Abnormalität in Ruhe“, schrieb er. Grund der e-Mail ist das Interview eines der CSD Leipzig Organisatoren im Radiosender „MDR Info“: „Durch Ihre öffentlichen Auftritte und das Zuschaustellen Ihrer Lebensweise gilt Homosexualität inzwischen als ´trendy´. Und somit verleiten Sie Jugendliche, die sich in einer sexuellen Findungsphase befinden.“

Vor allem geht es Hähner gegen den Strich, dass Aktivisten auch in Schulen für Toleranz werben wollen. Gerade die Forderung nach einer Sensibilisierung von jüngeren Kindern – etwa wenn in Kinderbüchern ein Junge von zwei Müttern oder Vätern aufgezogen wird – sieht er als „unerträgliche Unverschämtheit“ an.

Hähner droht den CSD-Organisatoren sogar mit Zuchthaus: „Sollte dies in diesem Land tatsächlich passieren und Kinder schon im Vorschulalter mit Homosexualität konfrontiert werden, werde ich der erste sein, der die Verantwortlichen vor Gericht bringt.“ Für die Partei „DIE LINKE“ handelt es sich bei der e-Mail von Hähner einfach um „unerträgliche homophobe Äußerungen“. Die Aussagen dieses Mannes zeigen, dass der Hass auf Nicht-Heterosexuelle nach wie vor Realität sei, so Fabian Blunck, Sprecher der PDL Landesarbeitsgemeinschaft Queer in Sachsen. Es müsse geprüft werden, ob hier der Tatbestand der Volksverhetzung greife.

Auch von SPD, Grünen, FDP und aus den Reihen der CDU kam Kritik. Wieviel der Kritik gerade aus den Reihen der CDU nur darauf abzielen „Schadensbegrenzung“ zu betreiben, um bei den nächsten Wahlen auch wieder Homostimmen zu bekommen dürfte ausser Frage stehen.

Hähner selbst gab sich gegenüber der Nachrichtenagentur dpa „überrascht, was das für Wellen geschlagen hat“. Die nicht als öffentliche Äußerung gedachte interne Mitteilung habe er „bewusst provokativ geschrieben, um eine Reaktion zu bekommen“. So kann man die Sache natürlich auch versuchen klein zu reden. Es zeigt sich aber einmal mehr, wofür die LSU da ist. Sich für CDU und CSU Mitglieder zu entschuldigen. Hähner steht in einer „guten“ Tradition. Beste Beispiele für Homophobie in der CDU sind nach wie vor in „Amt und Würden“. Siehe u.A. H.J. Irmer und Stefan Mappus.

Der CSD in Leipzig hat in einer Erklärung bekannt gegeben, man habe auf die Äußerungen von Hähner zunächst „deeskalierend“ reagieren wollen und das Gespräch mit Hähner gesucht, da sich „Vorurteile nur durch Aufklärung und Diskussion, aber niemals durch  Bloßstellen abbauen lassen“. Dass dies dennoch publik wurde, wäre „äußerst unangenehm“. Jedoch entzünde sich die öffentliche Empörung „zu Recht“.

Seitdem in den letzten Monaten immer mehr Kinderschändungen in der katholischen Kirche bekannt wurden hat die katholische Kirche immer wieder angedeutet, dass dies durch Schwule geschehen sei. Das ü berall von einem Missbrauchsskandal geschrieben wird, ist auch so eine Sache. Ein Skandal ist es, dass die Kirche es Jahrzehnte verheimlichen konnte. Wie sie dies geschafft hat bleibt noch im dunkeln. Wir gehen in erster Linie von Gewalt, Unterdrückung, Einschüchterung aus. So kommt es dass Kardinal Tarcisio Bertone, nach Papst Ratzinger. die Nummer 2 im Vatikan, behaupten kann dass ein Zusammenhang zwischen Homosexualität und Pädophilie bestehe. Dass an der Pädophilie in der katholischen Kirche vor allem das Zölibat Schuld ist kann er natürlich nicht behaupten, denn es geht um den Machterhalt in der letzten absolutistischen Monarchie Europas.

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