Die Stunde der Heuchler!

Nun machen auch Katholiken sowie bürgerliche, neofaschistische und rechtspopulistische  Parteien Stimmung gegen die Aufklärung von sexueller Vielfalt.

Den Anfang machte vor Monaten die Springer-Presse. Die „B.Z.“ berichtete unter der Überschrift „Schulfach schwul“ absoluten Müll, wie es eben für dieses Hetzblatt üblich ist.  Danach hat das „Bündnis für Innovation und Gerechtigkeit“ (BIG) das Thema für einen Flyer zur Wahl genuzt, in dem auch vor dem „Schulfach ’schwul'“ gewarnt wird.

Ende August hatte dann auch  noch Martin Lohmann, seineszeichens Sprecher des „Arbeitskreis Engagierter Katholiken in der CDU“ (AEK) etwas zu sagen. „Ich halte es für ein Vergehen an kleinen unschuldigen Kindern, wenn verklemmte Erwachsene meinen, ihnen ihre eigenen Verirrungen aufzwängen zu müssen“. Lohmann hat auch Politiker auf dem Kieker, die der Rede eines gewissen Josef Ratzinger im BRD Bundestag fernbleiben wollen.  Nebenbei ist er auch noch Vorsitzender des „Bundesverbands Lebensrecht„, die für eine Verschärfung des Paragraphen 218 eintreten. Daran beteiligt ist auch der Verein „Christdemokraten für das Leben e. V.„, der mit weiteren Gruppen und klerikalen Vereinigungen das „Forum Deutscher Katholiken“ bildet, in dessen Kuratorium auch der gewaltverherrlichende Kardinal Meisner und der homophobe CSU-Abgeordnete Norbert Geis sitzen.

Auf der Homepage „abgeordneten-check.de“, findet sich unter anderem der Satz „Moralvorstellungen und die Lehre sexueller Vielfalt gehört (…) nicht an die Grundschule“, so der FDP-Abgeordnete Sebastian Czaja. „Es obligt den Eltern in Ihrem Recht auf Erziehung, Ihren Kindern in diesem heiklen und oft scharmerfüllten Thema zu unterweisen. Es ist nicht Aufgabe der Schule (…)“

Aber auch Parlamentarier, die wieder ins Abgeordnetenhaus einziehen könnten, (was man bei Herrn Czaja und der F.D.P ja nicht mehr erwarten kann) unterstützen die Anti-Aufklärungs-Initiative. Darunter auch Kathrin Urban (CDU) sie verweist in dem Zusammenhang auf den Artikel 6.1 Grundgesetz. Unsere Meinung dazu: „Der Artikel 6.1 GG (Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.) ist ersatzlos zu streichen.“

Die Kandidaten der rechtspopulistischen Parteien „Die Freiheit“ und „Pro Deutschland“ und auch die Neofaschisten der „NPD“ haben diesem Text zugestimmt. „Ich erkenne an, daß Sexual- und Werteerziehung um des Kindes willen in erster Linie Recht und Aufgabe der Eltern ist und spreche mich dafür aus, daß „sexuelle Vielfalt“ in ihrer ganzen scham- und persönlichkeitsverletzenden Bandbreite kein Lehrstoff des Grundschulunterrichtes ist.“

Was sagt DKP queer zu dieser Kampagne?
Wir brauchen eine wissenschaftlich fundierte, humanistische Sexualerziehung in den Schulen und in öffentlichen Jugendeinrichtungen

  • Um ungerechtfertigten Ängsten vor Sexualität in ihren unterschiedlichen Ausprägungen entgegen zu wirken, ist in der Schule darüber Aufklärung notwendig. Es sind an Schulen Möglichkeiten zu schaffen, dass Jugendliche über ihre individuelle Sexualität reflektieren und sich allgemein über Sexualität informieren können.
  • Sexualität ist als etwas Positives, mit gegenseitiger Wärme und Zuneigung Verbundenes, darzustellen.
  • Die Schüler sind zur Erforschung und Entfaltung der eigenen Bedürfnisse durch einen solch fortschrittlichen Sexualkundeunterricht zu ermutigen
  • Sexualkunde muss fester Bestandteil des Lehrplans sein, darf nicht erst in weiterführenden Schularten behandelt und nicht von einer Einwilligung der Erziehungsberechtigten abhängig gemacht werden.
  • Aufklärungsbücher/-schriften dürfen nicht als pornographisch angesehen werden, sondern müssen zu allen Lebens- und Liebensweisen erlaubt werden, sein und bleiben.

Aus den Forderungen von DKP queer

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