Diskriminiert BernMobil?

20100427_schwule_und_lesben_mit_migrationshintergrundMit einer Plakat-Aktion in öffentlichen Verkehrsmitteln will die „Homosexuellen Arbeitsgruppen Bern“ (HAB) und andere Organisationen für mehr Akzeptanz und Toleranz gegenüber Lesben und Schwulen bei Migranten werben. Ein schwuler Sohn oder eine lesbische Tochter ist für viele Mütter und Väter mit Migrationshintergrund aus dem Balkan, der Türkei, dem Nahen und Fernen Osten eine Todsünde, die die Ehre aller Familienmitglieder tief verletzt.

Die Plakate haben folgende vier Sätze „Mein Sohn ist schwul. Warum sollte ich ihn deshalb weniger lieben?“ oder „Meine Tochter ist lesbisch. Warum sollte ich sie deshalb weniger lieben?“, „Lesbisch? Schwul? Wir unterstützen dich!“ und „Kein Hass gegen Lesben und Schwule. Unterstütze uns!“ auf Deutsch, Albanisch, Arabisch, Englisch, Französisch, Serbisch, Tamil und Türkisch. Sie sollen in den Bussen und Bahnen in Bern zum Internationalen Tag gegen Homophobie am 17. Mai ausgehängt werden.
Der Verkehrsbetrieb „BernMobil“ lehnt die Werbe-Aktion ab. „Wir hängen in unseren Fahrzeugen keine Plakate auf, die wir selbst nicht verstehen“, so die  Mediensprecherin Annegret Hewlett nach einer Meldung von „20 Minuten online“. Auch der Ortsbus Köniz lehnt die Beteiligung ab.

Die Ablehnung der Verkehrsbetriebe sorgt nun für heftige Kritik. Dem Bericht zufolge bezeichnete die Organisation „Pink Cross“ die Entscheidung als „alles andere als weltstädtisch“ und die HAB ist verständlicherweise enttäuscht vom fehlenden Mut von „BernMobil“. Die Unternehmen fürchten sich vor allfälligen Provokationen ihnen gegenüber. Andere Unternehmen im Grossraum Bern stehen dieser Aktion positiv gegenüber und erlauben das Aufhängen der Plakate in ihren Fahrzeugen. Laut dem Präsidenten der HAB, Christoph Janser, sehen die beteiligten Organisationen in dieser ablehnenden Haltung von „BernMobil“ eine klare Diskriminierung von Minderheiten.

Auch die Partei der Arbeit Bern protestiert gegen den Entscheid von „BernMobil“.

Falls die Mediensprecherin von „BernMobil“ richtig zitiert worden ist, sind wir froh, dass die Fahrkünste der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter grösser sind als der Verstand der Mediensprecherin oder ihres Vorgesetzten, der ihr vielleicht dieses offenherzige Bekenntnis in den Mund gelegt hat, so Hans Andereg für den Vorstand der PDA Bern.

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