Zur Enstehungsgeschichte von DKP queer – Ein Bericht zum Aufbau der AG »Schwule Arbeit in der DKP und der SDAJ«

Eine schwule Idee

Mir ist eines Abends in den Sinn gekommen, warum gibt es keine Schwule „Ecke – Niesche“ in der DKP bzw. in der SDAJ? Vielleicht ist das falsch ausgedrückt, doch denke ich weiß jeder im Grunde was ich damit sagen will.?! Und zwar hat es mich persönlich sehr gestört, dass es z.B. auf dem CSD (Christopher Street Day) in Frankfurt keinen Stand der DKP und der SDAJ gegeben hat. Dies und anderes möchte ich in Zusammenarbeit mit weiteren Genossen und Genossinnen ändern. Aber nicht nur dass, ich möchte die DKP und die SDAJ in der „schwulen Welt“ bekannt machen. Nicht zu vergessen ca. 5-10% der Bevölkerung sind bi- oder homosexuell. Ich möchte zeigen, dass es auch eine Alternative zu diesem System gibt. Auch möchte ich für Schwule, Lesben, Bisexuelle eine Anlaufstelle sowie eine Möglichkeit zur Freizeitgestaltung schaffen. Beschlossen ist schon, das wir auf dem nächsten CSD einen Infostand machen werden, wo wir mit eigenen Materialien uns und unsere Arbeit vorstellen. Schon zuvor, wird auf dem Pfingstcamp der SDAJ eine Möglichkeit geschaffen, in entspannter Atmosphäre uns kennen zu lernen. Wir werden auch dort eine Diskussionsrunde anbieten. Wer jetzt schon Fragen hat, kann sich gerne an uns wenden.

Eine schwule Idee II

Zum Artikel von Dominik „Eine Schwule Idee“ im letzten Taunus Echo gingen uns sehr viele Nachrichten zu. Hier zwei davon:

„Ich finde die Idee der Vernetzung gut und denke, dass es politisch durchaus nötig ist, auch mal Erklärungen zu verfassen und sie in der Schwulenszene zu publizieren. Man müsste mal schauen, wer an einem Treffen teilnehmen würde. Wäre zumindest interessiert.“ – Markus

„Finde ich eine super Idee und eine gute Initiative. Mir ist das in meiner aktiven Zeit bei der SDAJ auch immer auf die Nerven gegangen, dass es zu Schwulem eigentlich nie eine richtige Stellungnahme gegeben hat. ich würde auch gerne bei der runde auf dem SDAJ Pfingstcamp mitmachen. Du siehst schon, ich hab angebissen.“ – Bastian

Inzwischen hat sich einiges getan. Bei „Gayromeo“, einem schwulen Internetforum gibt es inzwischen den DKP-SDAJ-Club, die Runde auf dem SDAJ Pfingstcamp nimmt Gestalt an, der Stand auf dem CSD in Frankfurt ist sicher, der Arbeitskreis „red and gay“ – „rot und schwul“ als Bestandteil des AK Jugend der DKP Hessen wird bald starten etc. Aber lassen wir nun Dominik selbst wieder zu Wort kommen:

Das es in so kurzer Zeit so viel Wellen schlägt, hab ich gar nicht gedacht. Ich habe eigentlich gedacht, wir machen hier etwas für ein paar schwule, lesbische und bisexuelle Jugendliche in Hessen. Jetzt schlägt das schon bundesweit Wellen. Zwei Lesungen soll es geben, die Runde auf dem Pfingstcamp, möglichst bald ein Treffen aller Interessierter, es gibt ein Grundsatzpapier der DKP aus den frühen 80er Jahren, was überarbeitet werden müsste… Es ist so viel zu tun. Aber der Hauptschwerpunkt liegt für mich immer noch darin, ungeouteten Jungs und Mädchen zu helfen und verbohrten engstirnigen Mitmenschen endlich zu zeigen: Schwul sein ist keine Krankheit! Dieser bescheuerte Gedanke ist immer noch in vielen Köpfen drinnen. So ist jemand von unseren Redakteuren von einem verbohrten Christen darauf angesprochen worden. Wir haben etwas gefunden, was genau dazu passt. Laura Schlessinger ist eine US-Radio-Moderatorin, die Leuten, die in ihrer Show anrufen, Ratschläge erteilt. Kürzlich sagte sie, als „achtsame Christin“, daß Homosexualität unter keinen Umständen befürwortet werden kann, da diese nach Leviticus 18:22 ein Greuel wäre. Der folgende Text ist ein offener Brief an Dr. Laura, der im Internet verbreitet wurde. Wir veröffentlichen ihn auszugsweise:

„Liebe Dr. Laura: Vielen Dank, daß Sie sich so aufopfernd bemühen, den Menschen die Gesetze Gottes näher zu bringen. Ich habe einiges durch Ihre Sendung gelernt und versuche das Wissen mit so vielen anderen wie nur möglich zu teilen. Wenn etwa jemand versucht seinen homosexuellen Lebenswandel zu verteidigen, erinnere ich ihn einfach an das Buch Mose 3, Leviticus 18:22, wo klargestellt wird, daß es sich dabei um ein Greuel handelt. Ende der Debatte. Ich benötige allerdings ein paar Ratschläge von Ihnen im Hinblick auf einige der speziellen Gesetze und wie sie zu befolgen sind, b) Ich würde gerne meine Tochter in die Sklaverei verkaufen, wie es in Exodus 21 erlaubt wird. Was wäre Ihrer Meinung nach heutzutage ein angemessener Preis für sie? […] c) Lev. 25:44 stellt fest, daß ich Sklaven besitzen darf, […] wenn ich sie von benachbarten Nationen erwerbe. Einer meiner Freunde meint, daß würde auf Mexikaner zutreffen, aber nicht auf Kanadier. Können Sie das klären? Warum darf ich keine Kanadier besitzen? […] d) In Lev. 21:20 wird dargelegt, daß ich mich dem Altar Gottes nicht nähern darf, wenn meine Augen von einer Krankheit befallen sind. Ich muß zugeben, daß ich Lesebrillen trage. Muß meine Sehkraft perfekt sein oder gibts hier ein wenig Spielraum? e) Die meisten meiner männlichen Freunde lassen sich ihre Haupt- und Barthaare schneiden, inklusive der Haare ihrer Schläfen, obwohl das eindeutig durch Lev. 19:27 verboten wird. Wie sollen sie sterben? […] f) Mein Onkel hat einen Bauernhof. Er verstößt gegen Lev. 19:19 weil er zwei verschiedene Saaten auf ein und demselben Feld anpflanzt. Darüber hinaus trägt seine Frau Kleider, die aus zwei verschiedenen Stoffen gemacht sind (Baumwolle/Polyester). Er flucht und lästert außerdem recht oft. Ist es wirklich notwendig, daß wir den ganzen Aufwand betreiben, das komplette Dorf zusammen zuholen, um sie zu steinigen (Lev. 24:10-16)? Genügt es nicht, wenn wir sie in einer kleinen, familiären Zeremonie verbrennen, wie man es ja auch mit Leuten macht, die mit ihren Schwiegermüttern schlafen? (Lev. 20:14) Ich weiß, daß Sie sich mit diesen Dingen ausführlich beschäftigt haben, daher bin ich auch zuversichtlich, daß Sie uns behilflich sein können. Und vielen Dank nochmals dafür, daß Sie uns daran erinnern, daß Gottes Wort ewig und unabänderlich ist. Ihr ergebener Jünger und bewundernder Fan Jake.“

Im nächsten Echo gibts mehr zum Thema „red and gay“. Ich freue mich über eure Post.

Red & Gay – Eine Schwule Idee III

Zum dritten mal gibt mir die Redaktion im Taunus Echo Platz um über das Thema „red & gay“ zu berichten. Was ist in der letzten Zeit passiert, was wird in nächster Zeit passieren? So einiges: Auf dem Pfingstcamp der SDAJ wird es einen Frühschoppen unter dem Regenbogen sowie eine inhaltliche Runde geben. Die Anmeldung zum CSD in Frankfurt ist raus und am Wochenende 19. und 20. August treffen wir uns in der Karl-Liebknecht-Schule in Leverkusen um unsere Arbeit bundesweit besser zu organisieren. Langsam haben wir es auch ins Auge gefasst, jüngeren ungeouteten Schwulen, Lesben und Bisexuellen unter die Arme zu greifen. Habt ihr Probleme, mit euren Eltern, Freunden, Mitschülern oder anderen? Mailt mir. Ich versuche euch so gut es geht zu helfen. Und nicht zu vergessen, ich bin nicht allein wenn ich nicht weiter weiß, helfen andere. Ich hoffe, das es bis zum nächsten Taunus Echo auch noch eine „Notfallnummer“ geben wird. So und jetzt noch mal alle Termine die bis jetzt fest sind:

Pfingstcamp der SDAJ, Freitag 2. Juni bis Montag 5. Juni in Duisburg. CSD Frankfurt mit DKP-SDAJ-Stand, Samstag 29.Juli und Sonntag 30.Juli. Aktiventreffen „red & gay“, Karl-Liebknecht-Schule in Leverkusen, Samstag 19. August und Sonntag 20. August. Und dabei gehts um Inhalte und Vorgehensweisen und nicht um etwas was mancher jetzt wieder denken könnte. So und jetzt noch meine e-Mail Adresse damit ihr euch auch bei mir direkt melden könnt: dominik[at]dkp-queer.de

Unser Autor Dominik, ist ein 20 Jahre alter schwuler Genosse, der sowohl in der DKP als auch in der SDAJ aktiv ist. Von ihm stammt die Idee endlich wieder etwas in diese Richtung zu machen, nachdem sich Anfang der 1990er Jahre die DeLSI (Demokratische Lesben und Schwulen Initiative) – wie so vieles was uns nahe stand – aufgelöst hat.

Lech Kaczynski ist ein homophobes… (denkt euch euren Teil)

Ein paar dumpfe Phrasen wie „Ich bin froh, dass sich Homosexuelle wenigstens nicht auch noch vermehren können“ genügen Polens Staatsoberhaupt, um die Demonstrationsverbote zu rechtfertigen, die er in seiner Zeit als Warschauer Bürgermeister gegen zwei CSDs verhängt hat. Mit seinem Aufstieg zum Präsidenten ist dieser „Herr“ von der stockkonservativen bis neofaschistischen Partei „Recht und Gerechtigkeit“ (PiS) im letzten Jahr noch viel mächtiger geworden. Er schürt die homophobe Stimmung im Land, die sich immer wieder in Gewalt entlädt. Schwullesbische Demos in polnischen Städten werden häufig angegriffen. Als die „Parade der Gleichheit“ – so der Name der CSD Demo im letzten Jahr, dem Verbot zum Trotz, durch Warschau zog, prügelten Nazis auf Schwule ein. Dann sollte der Demo- Organisator anschließend auch noch für den Polizeieinsatz zahlen. Und einige Tage später wurden ein junger Schwuler und eine Lesbe vor einer Warschauer Homo-Bar angeschossen. Im März dieses Jahres haben polnische Neonazis die Wohnadressen von Aktivisten im Internet veröffentlicht – freigegeben zum Abschuss. Wie tief dieser „Präsident“ da drinnen steckt konnte bisher nicht ermittelt werden.

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