Erklärung von DKP queer zu Pro Köln und dem CSD Köln

Die eng mit Neofaschisten verknüpfte, rechtspopulistische Gruppierung „Pro Köln“ plant wie bekannt die Teilnahme am Christopher Street Day in Köln.

Diese Gruppierung will damit sowohl queer-lebende und liebende provozieren als auch prüfen, welches Echo neofaschistisches und rassistisches Gedankengut in der Szene findet.

„Der angekündigte Auftritt von PRO-Köln ist nicht nur eine Provokation für die übrigen Teilnehmer der Parade, sondern auch zutiefst heuchlerisch. Denn in Wirklichkeit geht es PRO Köln nur darum, ihre antimuslimischen Hetzparolen nun unter den Deckmäntelchen des CSD zu verbreiten.“ So Ulla Jelpke, Innenpolitische Sprecherin der PDL Bundestagsfraktion, die damit absolut recht hat!

Es kann und darf kein Meter Straße den Neofaschisten, Rechtspopulisten und Rassisten überlassen werden, schon garnicht auf einem CSD.

Wenn nun Jörg Kalitowitsch, einer der CSD Köln Organisatoren behauptet: „Es wird heftige Aktionen vonseiten des Publikums geben. Ich rechne auch damit, dass Pro Köln Gruppen anzieht, die sonst nie zum CSD gekommen wären, und die sich nur unters Publikum mischen, um Stunk zu machen. Das sind genau die Personen, auf die wir uns konzentrieren müssen, wenn wir Pro Köln schon nicht verhindern können. (…) Wir brauchen keine Hundertschaften von Polizei, nur weil zehn oder 20 Pro Köln-Anhänger an der Parade teilnehmen wollen, die wiederum Linksautonome anziehen.“

So setzt Kalitowitsch und mit ihm der Kölner Lesben- und Schwulentag e.V. (KLuST) links und rechts gleich. Viel mehr sogar, denn zum großen Problem werden diejenigen hochstilisiert, die dem braunen Mob entgegentreten wollen. Für KluST gibt es auf der einen Seite die „Guten“ – die „einfachen“ unpolitischen Schwulen und Lesben, die für Gleichberechtigung auf die Straße gehen und einen zweiten Karneval im Sommer feiern sowie auf der anderen Seite die Extremisten von rechts und links. Auch bei KLuST ist man der Totalitarismusdoktrin aufgesessen.

Noch weiter als Kalitowitsch geht aber Olaf Alp, der Hugenberg der schwulen Medien stellte fest, es sei fraglich „ob ein Ausschluss überhaupt angestrebt werden sollte“. Laut Alp war es die „Fehlende Konfrontation mit der Programmatik (…)(welche) die Nazis erst ermöglicht“ habe. Alp, sieht einen Ausschluss von „Pro Köln“ als „intellektuelle Notdurft“ und deren Teilnahme als „heilsamen Schmerz“. Denn so hätte die Szene die Gelegenheit, „sich intellektuell und kreativ mit abweichenden Positionen auseinander zu setzen und die Parade dadurch politisch aufzuwerten.“ Aufwerten tut Alp jedoch „Pro Köln“ und das rechtslastige Projekt „Maneo“ indem er „Pro Köln“ zitiert, die sich auf „Maneo“ stützt: „40% der Betroffenen (homophober Gewalt) die Täter als nichtdeutscher Herkunft“ einschätzen.

So sollen einmal mehr Minderheiten gegeneinander ausgespielt werden. Hier Migrant_innen gegen Queere und Queere Migrant_innen die im Alltag schon Homo- und Transphobie erleben, sollen auch noch den Rassismus eines Teils der Community abbekommen. Das ist auch das Ziel von „Pro Köln“. Wer sich die Geschichte des Christopher Street Days vor Augen führt muss erkennen, für unsere Emanzipation sind wir selbst verantwortlich.

Queer zu sein bedeutet aber noch lange nicht fortschrittlich zu sein. Allerdings lassen es sich fortschrittliche Queere nicht nehmen auch in die bürgerliche Queer-Bewegung hinein zu wirken! Und genau das wollen reaktionäre, rassistische, neofaschistische Kräfte verhindern!

Dem stellen wir uns entgegen und rufen alle Antifaschist_innen dazu auf, sich dem pro-faschistischen Mob entgegenzustellen! Auch wenn juristisch umstritten sein mag, ob und wie dieser Gruppierung eine Teilnahme verboten werden kann, es gilt die Aussage: Faschismus ist keine Meinung, Faschismus ist ein Verbrechen!

DKP queer – Kollektive Leitung

Nachtrag:
Auch wenn queer.de jetzt meldet:

CSD-Ausschluss für „Pro Köln“: Der Kölner Lesben- und Schwulentag hat als Veranstalter des Cologne Pride am Dienstag Abend in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung fast einstimmig beschlossen, „Pro Köln“ von einer Teilnahme an der Parade auszuschließen. Ob das rechtlich machbar ist, ist unklar. Zwei Personen enthielten sich bei der Abstimmung mit Stimmkarten. Ein Beitrag dazu folgt.

So gilt es wachsam zu bleiben. Sowohl was „Pro Köln“ jetzt machen wird, als auch wie sich KluST weiter verhält! Wer Rechts und Links gleichsetzt, da ist Misstrauen angebracht!

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2 comments on “Erklärung von DKP queer zu Pro Köln und dem CSD Köln
  1. Ulf Kühne sagt:

    keinen Fußbreit den Faschisten!

    wirkt der b raunen Scheiße entgegen!

  2. toronto sagt:

    Woher die Idee stammt sich durch Umarmung Homosexueller werbewirksam als Besser-Rechte in Szene zu setzen wissen wir ja von Israels Versuchen seine Apartheid als trendiges Homoparadise zu verkaufen. Und da kann es auch nicht verwundern, wenn die Pro-Szene in Punkte Israel-„Solidarität“ ganz weit vorne steht.

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