Erneuter Anschlag auf chilenisches Kulturzentrum in Neukölln

allende-evZum zweiten Mal innerhalb eines halben Jahres haben unbekannte Täter am Wochenende vom 28. auf den 29. November einen Anschlag auf das Ladenlokal der Chile-Freundschaftsgesellschaft „Salvador Allende“ e.V. im Berliner Stadtteil Neukölln, wo auch DKP queer schon ein Bundestreffen durchführen konnte, verübt.

Die Attentäter warfen eine Fensterscheibe ein, bei einer zweiten blieben ihre Versuche erfolglos, möglicherweise wurden die Täter von Passanten oder aufmerksam gewordenen Nachbarn gestört.

Bei dem ersten Anschlag Ende August hatten die Täter Aufkleber der Neonazi-Partei NPD am Tatort hinterlassen. Diesmal hatten sie offenbar keine Zeit mehr, ihre widerliche Propaganda zu verbreiten. Trotzdem geht der Sprecher der Chile-Freundschaftsgesellschaft, Mario Berríos Miranda, davon aus, dass hinter dem erneuten Anschlag die selben Täter stecken:

„Dieser Terror richtet sich gegen die Entwicklung einer friedlichen und solidarischen Kultur des Zusammenlebens von Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen, mit unterschiedlichen Weltanschauungen und von unterschiedlicher sozialer Herkunft. Gerade in einem Stadtteil wie Neukölln ist die Arbeit von Initiativen wie der unsrigen von großer Bedeutung. Natürlich passen unsere Aktivitäten aber denen nicht in das Konzept, die die Menschen gegeneinander hetzen wollen.“

Die Chile-Freundschaftsgesellschaft hat die Polizei eingeschaltet und Anzeige gegen die noch unbekannten Täter erstattet. „Wir hoffen, dass die Behörden die Bedrohung durch den Neofaschismus auch in Berlin endlich ernst nehmen. Die straflosen Umtriebe dieser Verbrecher müssen endlich gestoppt werden“, so Berríos Miranda. Dazu gehöre auch ein längst überfälliges Verbot der NPD.

salvador_allendeEr erinnerte auch daran, dass erst vor zwei Wochen bei einer Zusammenrottung von Neonazis im bayerischen Wunsiedel ungehindert ein Transparent der “Nationalen Sozialisten Berlin” zu sehen war, auf dem mit offensichtlichem Bezug zu Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß zu lesen war: „Wir gedenken dem Stellvertreter, einem echten Freund und Kameraden, einem liebevollen Vater. Er tat seine Pflicht gegenüber seinem Volke, seine Pflicht als Deutscher, als treuer Gefolgsmann seines Eides.“

„Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen. Wir werden uns von dem braunen Terror nicht von unserem Weg abbringen lassen“, betonte Berríos Miranda.

Spenden richten Sie bitte an:
Chile-Freundschaftsgesellschaft „Salvador Allende“ e.V.
Kontonummer: 608495907
Bankleitzahl: 86010090 (Postbank)

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