Erster UNO Bericht über staatlich legitimierte Diskriminierung und Gewalt gegen Queer Menschen vorgelegt

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Bis hin zu Vergewaltigung, Folter und Ermordung reicht die Gewalt gegen queere Menschen. In mindestens fünf Staaten steht die Todesstrafe auf homosexuelle Handlungen. Soweit die Vereinten Nationen im ersten offiziellen Bericht zum Thema, wenige Tage nachdem UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon Mobbing gegen Homosexuelle als Menschenrechtsverletzung brandmarkte (DKP queer berichtete).

Die UNO fordert die Staatengemeinschaft deshalb auf, lesbische, schwule, bisexuelle und trans- (LGBT) Personen besser zu schützen, die Strafverfolgung homo- und transphober Gewalt zu forcieren und diskiminierende Gesetzgebungen abzuschaffen.

„Homophobe und transphobe Gewalt ist in allen Regionen festgestellt worden. Ihre Ausformungen können physischer Natur sein, worunter Mord, Prügel, Entführungen, Vergewaltigungen und sexuelle Übergriffe fallen. Aber auch psychischer Natur, wie Drohungen, Erpressung oder willkürlicher Freiheitsentzug“, so Navi Pillay (UNO-Menschenrechtskommissarin).

Als die UNO im Juni eine Resolution für die Rechte von Homosexuellen, Bisexuellen und Transpersonen verabschiedete, hat der UNO-Menschenrechtsrat den Bericht in Auftrag gegeben. In der Resolution verpflichten sich die Unterzeichnerstaaten, gegen Diskriminierung und Gewalt aufgrund sexueller Orientierung zu kämpfen.

Der UNO-Bericht erfasst, dass Queer-Personen nicht nur von „spontanen“ Gewalttaten bei zufälligen Begegnungen betroffen sind, sondern verstärkt Ziele von organisierter Gewalt durch religiöse Extremisten, paramilitärische Gruppen, Neofaschisten und weiteren Rechtsextremisten sind. Wie die Gewalt ausschaut, wird in dem Bericht als besonders bösartig und Grausam bezeichnet. Oft werden dabei queere Menschen an den Geschlechtsteilen verstümmelt oder kastriert.

Derzeit gibt es weltweit in 76 Staaten Gesetze, die Verhalten aufgrund sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität kriminialisieren. Der UNO-Bericht ruft dazu auf, diese aufzuheben: „Solche Gesetze, auch so genannte „Sodomiegesetze“, sind Relikte der Gesetzgebung aus der Kolonialzeit“.

Die Strafen reichen von kurzer Haft bis hin zur Todesstrafe. Warum der Bericht zumindest diese Staaten nicht beim Namen nennt, verstehen wir nicht. Diese Staaten sind Saudi-Arabien, Jemen, Iran, Mauretanien und Sudan.

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