Festgenommen und misshandelt wegen eines Kusses

Marco Feliciano

Marco Feliciano

Marco Feliciano ist ein Mann Gottes, der in Massenveranstaltungen evangelikaler Sekten Brasiliens und im brasilianischen Parlament, dem er für die Christlich-Soziale Partei PSC angehört, gerne von  Nächstenliebe predigt. Im März wurde er zudem zum Präsidenten der Menschenrechtskommission des Abgeordnetenhauses gewählt.

Doch Menschenrechte und Nächstenliebe haben für Feliciano ein Ende, wenn sich die zwischenmenschliche Zuneigung nicht daran hält, was er für Gottes Gebote hält. Wie das Internetportal Dos Manzanas am Mittwoch berichtete, sorgte der predigende Politiker im September für die Festnahme von zwei jungen Frauen, die es gewagt hatten, sich öffentlich zu küssen – und zwar während eines »Gottesdienstes«, den er im Norden der Millionenmetropole São Paulo veranstaltete.

131031besoDie 18-jährige Joana Palhares und ihre 21 Jahre alte Freundin Yunka Mihura demonstrierten auf diese zärtliche Weise ihren Protest gegen die homophoben und rassistischen Ausfälle des fundamentalistischen Priesters.

Dieser vergaß daraufhin prompt seine zuvor gepredigten Aufrufe zu Liebe und Glauben und wetterte, »diese beiden Mädchen müssen in Handschellen hier rausgebracht werden«. Offen rief er die Polizei auf, die beiden jungen Frauen festzunehmen – und die gehorchte prompt.

Im Chat mit dem US-amerikanischen Internetportal advocat.com berichtete Mihura, sie sei mit ihrer Freundin und rund 20 weiteren AktivistInnen zu der Veranstaltung gegangen, um ihre »Gedanken über die Menschenrechte« mitzuteilen. Während der Rede Felicianos hielten einige von ihnen Schilder hoch, auf denen unter anderem »Homosexualität muss nicht geheilt werden« stand und der Rauswurf des Politikers aus der Regierung gefordert wurde. Die Polizei fordert sie sofort auf, die Schilder wegzustecken, aber als sich die beiden jungen Frauen küssten, wurden die Beamten handgreiflich und führten die Gruppe in Handschellen ab. Dabei wurden auch Mihura und Palhares geschlagen, erlitten jedoch zum Glück keine schwereren Verletzungen.

Auf Facebook kommentierte Mihura die Ereignisse: »Ich kann es immer noch nicht glauben, zum ersten Mal bin ich wirklich Opfer der Homophobie geworden! Joana Palhares und ich haben uns geküsst und Feliciano rief von der Bühne aus, wir müssten in Handschellen herausgebracht werden. Er rief alle Evangelikalen, die dazu bis dahin nicht bereit gewesen waren, zur Gewalt auf. Wir wurden aus dem Zelt geworfen, brutal hinter die Bühne gezerrt und in Handschellen gelegt und geschlagen. All das – warum? Wer braucht Heilung? Wie kann dieser Pastor, dieses Monster, Präsident der Menschenrechtskommission sein? Wie? Mir fehlen wirklich die Worte, um die Empörung ausdrücken zu können, die ich fühle.«

Quelle redglobe.de

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