Festival der Jugend 2012

Das Wetter in Köln hätte am Wochenende nicht besser sein können. Hier feierte die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) am Pfingstwochenende direkt am Rhein ihr „Festival der Jugend“. Das alle zwei Jahre stattfindende Jugendcamp hat in dem Verband eine lange Tradition und zieht schon seit über drei Jahrzehnten Jugendliche aus ganz Deutschland zum gemeinsamen feiern, politisch diskutieren, Workshops besuchen und zusammen Spaß haben an.

In diesem Jahr fanden sich mehrere Hundert junge Menschen unter dem Motto „Zeit zu kämpfen, Zeit zu feiern“ zusammen. Unter ihnen waren nicht nur Mitglieder des Jugendverbandes, sondern auch Antifas, Gewerkschafter, Mitglieder anderer linker Gruppierungen und Gäste aus Schwesterorganisationen anderer Länder. In den Bereichen Politik, Kultur, Freizeit und Sport bot das Programm reichlich Zündstoff für interessante Diskussionsrunden und gemeinsame Aktionen.

Das Festival diente auch als Abschluss der diesjährigen bundesweiten Antifakampagne der SDAJ, die bei Präsentationen und einem Rückblick über die verschiedenen Aktionen vorgestellt wurde.

Die politischen Angebote auf dem Festival waren zahlreich. Unter anderem beantworteten die Vorsitzende der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP), Bettina Jürgensen, und die Leiterin der Jugendkommission des Parteivorstandes, Wera Richter, Fragen von jungen Interessenten zu kommunistischer Politik und zu den Positionen der Partei. Zur Unterdrückung von Frauen in Beruf und Ausbildung gab es einen Vortrag der 84jährigen Genossin Erika Baum, die Kommunistin hat den weiten Weg aus Berlin auf sich genommen um der Jugend die Rolle der Frau innerhalb des Klassenkampfes deutlich zu machen.

Wie die Jugend in anderen europäischen Ländern kämpft, diskutierte ein Podium mit internationalen Gästen. Ein Hauptthema war hier die Situation in Spanien. Ein Vertreter der CJC, des Verbandes der Kommunistischen Partei der Völker Spaniens (PCPE), sagte, die Jugend sei momentan keine revolutionäre Kraft. Es sei nötig, Klassenbewusstsein zu schaffen. Trotzdem würden die kommunistischen Kräfte seines Landes in den gegenwärtigen Kämpfen gestärkt und hätten Zulauf.

Der Vertreter der Kommunistischen Jugend Griechenlands (KNE) setzte sich kritisch mit der Rolle des Linksbündnisses SYRIZA auseinander, das er als wichtigste antikommunistische Kraft in seinem Land beschrieb. So habe sich SYRIZA in einem Wahlkreis bei der letzten Kommunalwahl mit allen anderen Parteien einschließlich der rassistischen LAOS zusammengeschlossen, um einen Erfolg der Kommunistischen Partei KKE zu verhindern.

Das Tagesprogramm durchzogen auch kulturelle Angebote. So las Ellen Schernikau aus den Werken ihres jung verstorbenen homosexuellen Sohnes Ronald M. Schernikau. Im Anschluss daran konnte man am Stand von DKP queer ausführlich bei viel Kaffee mit ihr diskutieren .Die Kommission des Parteivoprstandes der DKP hatte wie die Jahre zuvor auch, einen eigenen oft besuchten und fast ständig belagerten Infostand.

Erfolgreiche Auftritte gab es von Bands wie „La Papa Verde“ oder dem antifaschistischen linken Rapper „Derbst One“. Auf großes Interesse stieß auch ein Theaterworkshop, bei dem Bertolt Brechts Stück „Die Mutter“ von Jugendlichen eingeübt und aufgeführt wurde.Am Sonntagabend schallte bis tief in die Nacht beim traditionellem Arbeiterliederabend mit Achim Bigus Kampfmusik durch den Jugendpark

Björn Schmidt, der Bundesvorsitzende der SDAJ, zeigte sich mit dem diesjährigen Festival der Jugend zufrieden. „Die Beteiligung hat zugenommen.“ Er freut sich ebenfalls über die Teilnahme der internationalen Gäste, vor allem über die der YXK, der Vereinigung kurdischer Studierenden in Europa. Ebenfalls bedankt er sich bei der DKP für ihre Unterstützung.

Thomas Knecht, Leiter der Kommission DKP queer und Mitglied der Kollektiven Leitung von DKP queer, war vom Festival einfach nur begeistert. „Es ist schön zu sehen, wie sich der revolutionäre Jugendverband der BRD entwickelt“ so Knecht. „Mindestens ein viertel der Genossinnen und Genossen kannte ich noch nicht, und so muss das bei einem Jugendverband einfach auch sein!“

Von Johannes Hör

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