Gedanken über queer.de

Thomas Knecht

Einmal mehr tut sich die größte queer Homepage der BRD mit einem unreflektierten Bericht hervor. Unter der Überschrift „Premiere: Pentagon feiert CSD-Saison“ heisst es:

„Zum ersten Mal hat das amerikanische Verteidigungsministerium am Dienstag ein CSD-Event in Form einer Podiumsdiskussion veranstaltet – in einer Videobotschaft meldete sich auch Barack Obama zu Wort. An dem im Vergleich zu anderen CSD-Veranstaltungen recht konservativen „Pride Month Event“, bei dem nicht einmal Regenbogenfahnen zum Einsatz kamen, nahmen mehr als 350 lesbische und schwule Soldaten teil. Drei homosexuelle Vertreter des Pentagons berichteten von den Veränderungen in der Truppe seit der Abschaffung der „Don’t ask, don’t tell“-Regelung vor neun Monaten. Das Gesetz besagte, dass homosexuelle Soldaten nach einem Coming-out oder einem unfreiwilligen Outing gefeuert werden dürfen. Zwischen 1993 und 2011 entfernte das Verteidigungsministerium insgesamt 14.000 Soldaten wegen ihrer sexuellen Orientierung aus dem Dienst.“

Auch im nachfolgenden Text nichts zu Kriegsverbrechen, Überfällen, Menschenrechtsverletzungen des US-amerikanischen Militärs, der Regierung und der Geheimdienste der USA. Man ist etwas homofreundlicher – und gut ist?

Nein, ist es nicht! Die US-Armee und das Kriegsministerium sind ein Hort von Kriegsverbrechern und Massenmördern, die sich unter der US-Administration als „Weltpolizei“ hervortun. Deshalb unterhalten die USA ja auch nach wie vor ein menschenunwürdiges Gefangenenlager, in dem gefoltert und gemordet wird.  Zudem geschieht dies auf einem geraubten Stück Land, das dem sozialistischen Cuba zusteht.

Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen zählen in diesem „freiesten Land auf Erden“ zur Tagesordnung. Ob diese Verbrechen von Hetero- oder Homosexuellen begangen werden, ist nach meiner Auffassung absolut egal!

Ein schwuler Kriegsverbrecher ist ein Kriegsverbrecher. Ein schwuler Nazi ist ein Nazi! Und jetzt mal im Ernst, liebe queer.de Redaktion, ist so was echt eine Meldung wert?

Als es im Mai aber zum fünften Mal den „Monat gegen Homophobie“ in Cuba gab, da titelte man auf queer.de „Staatlicher CSD in Havanna“ darin heisst es „Die Aktion wurde vom staatlichen Zentrum für Sexualaufklärung (CENESEX) organisiert, das von (Mariela) Castro geleitet wird. Die Tochter von Präsident Raul und Nichte des früheren Diktators Fidel Castro (…)“ Man geht im Verlauf des Artikels auf vermeintliche und tatsächliche Fehler ein, die nach der Revolution geschehen sind, wobei sich für die tatsächlichen aber u. a. Fidel entschuldigt hat. Darüber natürlich kein Wort. Lieber fährt man mit unbestätigten „Meldungen“ von sogenannten „Dissidenten“ fort.

Aber ein gewisses Maß an Antikommunismus muss in einen Artikel über das sozialistische Cuba wohl rein.

Mir persönlich ist ein auf der Grundlage der Poder Popular frei gewählter ehemaliger „Diktator“, der sich für Fehler entschuldigt, tausendmal lieber als ein Friedensnobelpreisträger, der nach fast vier Jahren im Amt noch immer Kriegsverbrechen begeht und cubanische Friedenskämpfer nach wie vor wie Terroristen gefangenhält!

Es bleibt dabei, Cuba sí, Yankee no! Freiheit für die Miami 5!

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