Gegen Diskriminierung?

Aktion Libero - Gegen Homophobie im Fußball

Aktion Libero - Gegen Homophobie im Fußball

Das Berliner Sportmagazin „11 Freunde“ veröffentlichte gestern unter dem Titel „Schwarz ist offenbar schlimmer als schwul“ ein Interview mit Alex Feuerherdt, einer der Iniatoren der „Aktion Libero„. Deren Ansinnen gegen Homophobie im Fußball in allen Ehren. Der DFB-Präsident Theo Zwanziger stellt wohl den nennenswertesten Unterstützer dar. Bliebe zu wünschen, dass andere seinem Beispiel folgen. Die verwirrte Claudia Roth von den Olivgrünen darf hierbei natürlich nicht fehlen! Ob ein Zusammenschluss von Internetseiten, die sich mit dem Thema Fußball auseinandersetzen und dabei von einigen B-Promis unterstützt werden, hiergegen indes ein ernstzunehmendes Wirken entwickelt, sei dahingestellt. Ein genaueren Blick möchten wir jedoch auf Herrn Feuerhardt lenken… Auf einer Veranstaltung die vorige Woche in Hamburg stattfand, sprach er von „vermeintliche[n] israelische[n] Ungerechtigkeiten“ gegen das palästinensische Volk. Als Autor von „Jungle World“ und „Konkret“ verwundert dies kaum. Auf seinem Blog „Lizas Welt“ finden sich u.a. Links zur „Prozionistischen ‚Linken‘“ oder „Pro Zion NRW„. Zwischen harmlosen Artikeln zu Fußballsport, liest man einseitige antideutsche Argumentationssammlungen.

Wie ernst darf man jemanden nehmen, der gegen Diskriminierung auftritt, sich aber selbst darin übt? Das ist die typisch deutsche Doppelmoral in bester abendländischer Tradition. Im Interview mit „11 Freunde“ ist ihm Rassismus folglich auch nicht so wichtig. Dagegen wurde genug getan. Homophobie sei das gegenwärtig schlimmere Übel:

„Zum Thema Rassismus wird seit Jahren gearbeitet […] Es gibt also ein Bewusstsein dafür. Beim Thema Homophobie sieht es noch deutlich anders aus. Die Bezeichnung eines Spielers als ’schwul‘ wird noch lange nicht so streng geahndet wie eine rassistische Äußerung. Ich erinnere an die Debatte, ob Roman Weidenfeller Gerald Asamoah als ’schwarzes‘ oder ’schwules Schwein‘ bezeichnet hat. Irgendwann wurde sich auf ’schwules Schwein‘ festgelegt und Weidenfeller ist mit einer vergleichsweise geringen Strafe davon gekommen. Das bedeutet, dass eine homophobe Beleidigung als weniger schlimm eingeschätzt wird als eine rassistische Äußerung.“

Die gemeinsame Wurzel von Diskriminierung hat soziale Ursachen und ist in der Verfasstheit der Gesellschaft, in der wir leben zu suchen. Homophobie, genauso wie Rassismus oder auch Antisemitismus sind keine voneinander isolierten Phänomene des Kapitalismus. Schade das der Artikel hierauf nicht näher eingegangen ist. Bei dem Interviewpartner aber auch kein Wunder.

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One comment on “Gegen Diskriminierung?
  1. C'mon sagt:

    also was tendenziöse berichterstattung angeht, macht euch feuerherdt aber auch nichts vor.

    er sagt doch, dass das bewußtsein unter den fußballfunktionär_innen für rassismus weitaus aus geprägter ist, als dass für homosexualität, daher die schwerpunktsetzung. ihm also durch ein „nicht so wichtig“ vorzuwerfen, er würde rassismus möglicherweise verharmlosen, geht echt nicht.

    und wo genau „diskriminiert“ er denn und wen?

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