Homo querelen bei der »AfD«

130618altenaiveWie das Portal queer.de meldete hat der Bundesvorstand der rechtspopulistischen Wählergruppe „Alternative für Deutschland“ (AfD) sich von ihrem Berliner Landesverband distanziert, da dieser sich für die steuerliche Gleichstellung „eingetragener Lebenspartner“ ausgesprochen habe.

Dabei hat sich der Berliner Vorstand nichtmal besonders weit aus dem Fenster gelehnt. „Die Alternative für Deutschland steht ohne Vorbehalte zum Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur steuerlichen Gleichstellung von Ehen hetero- und homosexueller Paare“, so hat es der stellvertretende Landessprecher der Gruppierung verkündet.

So positioniert sich die „AfD“ auch in diesem Punkt einmal mehr noch weiter rechts, als es die CDU ohnehin schon macht. Auch wird so indirekt das Bundesverfassungsgericht kritisiert, das in ihrem Urteil die Gleichstellung eingetragener Lebenspartner im Steuerrecht begrüßt hat.

Aber schon das, was da aus Berlin kam, war für den Vorstand zuviel. „Die steuerliche Gleichbehandlung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften ist ein politischer Nebenkriegsschauplatz und darf nicht en passant zu einer faktischen Entwertung der durch das Grundgesetz geschützten Ehe führen“. So ist es auf der Facebookseite der Rechtspopulisten zu lesen und soll vom AfD-Bundesvorstand direkt kommen. „Die Ehe ist aber eine Marke unseres Wertekanons, den wir schützen müssen!“ So das Posting auf der facebook Seite weiter.

Erschreckend ist, dass laut dem Berliner AfD auf dem Lesbisch-Schwulen Stadtfest vergangenes Wochenende 600 Unterstützungsunterschriften zur Wahlzulassung gesammelt werden konnten und mit „hunderten Interessierten dort gesprochen werden konnte.“ Der Rechtsruck in der Comunity wird gerade in Berlin deutlich. Das zeigen nicht nur die „AfD“, „PRO“ und „Die Freiheit“, sondern auch der selbsternannte Verband aller Schwulen und Lesben, der LSVD und die den oben genannten Gruppen durch islamophobe Fragen und Meldungen zuspielende Gruppe Maneo. Meldungen von Maneo werden zum Beispiel direkt von der ebenso rechtspopulistischen Seite „PI-news“ übernommen.

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8 comments on “Homo querelen bei der »AfD«
  1. AfD-Gegner sagt:

    Einen weiteren Artikel zu diesem unglaublichen Vorgang findet Ihr auf „scharf-links“:
    http://goo.gl/pxa9r

  2. horst sagt:

    Das zeigt doch ganz deutlich, daß man Stadtfest, CSD etc. boykottieren muss. Ich bin auch an diesem AfD Stand vorbeigekommen. Es wurde eine Broschüre mit der Parole „Für ein Europa im Geiste Adenauers und De Gaulles“ verteilt. Menschen unter deren Verantwortung Homosexuelle Überlebende der KZs direkt in Zuchthäuser überstellt wurden.

    Unterdessen behauptet eine rechtsradikale zionistische Quelle im Internet triumphierend, der israelische Botschafter hätte den CSD eröffnet. Das würde das Bild abrunden… die schwule Kommerzszene schreckt nicht davor zurück auch mit durchtriebendsten Apartheidvertretern und Herzjesu Konservativen von der AfD ins Bett zu steigen. Jetzt wo sie Teil des Systems sind beteiligen sich Homosexuelle offensichtlich auf widerliche Weise an der Suche nach dem „Anderen“ der die Widersprüche des Kapitalismus an ihrer Stelle scheinbar beseitigen kann.

  3. Es gibt in Berlin und Köln Widerstand gegen die konservativen Ansichten des Bundesvorstands. Nicht alle AfD´ler sind konservativ, die Partei hat auch einen sehr starken liberalen Flügel, der Rechtsstaatlichkeit betont und eine neue Bürgerrechtsbewegung für Deutschland fordert!

    https://www.facebook.com/photo.php?fbid=617064681660716&set=o.136134399891905&type=1&theater

  4. Tillmann sagt:

    Nichts und. Fakt ist: Die AfD ist eine wirkliche Alternative für Schwule und Lesben, denen diese ganze links-ökologische Politik auf die Nerven geht. Gleichstellung ja – aber bitte ohne Sonderstellung und den ganzen Unterdrückungswahn. Schwule und Lesben wollen einfach nur ihre Rechte als gleichwertige Staatsbürger umgesetzt wissen, die warum auch nicht, Verantwortung für ihren Partner/Ihre Partenerin übernehmen wollen. Und wenn sie Kinder erziehen möchten, ist dies auch anerkennenswert. Punkt! Und wenn kirchliche Kreise versuchen die AfD zu einer Art „Christenpartei“ zu machen, muss man dies mit aller Macht versuchen zu verhindern. Es gibt bereits Zentrumsparteie u.ä.
    Deutschland braucht jetzt eine starke eurokritische Bewegung, das ist auch im Interesse von vielen Schwulen und Lesben.

    • Thomas sagt:

      „Die AfD ist eine wirkliche Alternative für Schwule und Lesben, denen diese ganze links-ökologische Politik auf die Nerven geht.“ Welche links-ökologische Politik? Und zum Thema „Eurokritisch“ … Ist es nicht egal, ob die Arbeiterklasse mit Euro, DM oder RM abgezockt wird?

  5. Ralle_Globke sagt:

    Der Herr Kauder von der CDU versteht die Welt nicht mehr. Schön und gut, sein Problem. Aber Schwule und Lesben brauchen die Eheöffnung überhaupt nicht und sind somit auch nicht auf die Gnade dieser angeblich so „alternativlosen“ Politik von CDU/CSU angewiesen. Denn Fakt ist: Es wäre bereits heute mit einfacher Mehrheit im Bundestag möglich, die Eingetragene Partnerschaft vollwertig auszustatten. Daran hätte dann weder die Union zu kritteln, noch die katholische Kirche, die ja in der allgemeinen „Öffnung“ des Begriffs Ehe eine Abwertung sieht, was es ja in Wirklichkeit nicht ist, sondern eine Aufwertung konservativer Paarbeziehungen, die in der Wertigkeit der heterosexuellen Ehe gleichzusetzen sind. Die AfD ist eine Partei, die einfach realistisch genug ist zu erkennen, dass es keine Mehrheit für eine komplette Öffnung der Ehe im Bundestag gibt. AfD-Spitzenmann Prof. Dilger (Landesvorsitzender NRW und Spitzenkandidat für den Deutschen Bundestag), hat sich unlängst in seinem Blog öffentlich, für die Gleichstellung homosexueller Paare, auch in Sachen Adoptionsrecht ausgesprochen. (siehe Link: http://alexanderdilger.wordpress.com/ ) Es ist also nicht wahr, dass die AfD gegen Homosexuelle und deren Rechte wettert.

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