Homophobe Ausfälle in der Sachsen CDU

„Gottes Wort ist die einzig gültige Norm und Gott, der Schöpfer Himmels und der Erden und der Vater Jesu Christi, ist die einzige und oberste Autorität. Sein Wort hat von Ewigkeit zu Ewigkeit volle Gültigkeit.“

Was wie aus einer Predigt aus den Zeiten des finstersten Mittelalters klingt ist eine Woche alt und stammt von Thomas Schneider, Mitglied der CDU-Fraktion im Kreistag des Erzgebirgskreises (Sachsen). Thomas Schneider aus Breitenbrunn erkennt nur die Bibel als „einzige Autorität“ an. Er versteigt sich sogar zu der These, dass Christen diskriminiert würden, wenn Homosexualität anerkannt wird.

Nun ja, man ist viel gewohnt von der Sachsen CDU, sogar noch mehr als von der Hessen CDU. Dort hat ein etwas abgeändertes Wort aus den 1950er Jahren der alt BRD allem Anschein nach noch immer Gültigkeit. Damals hieß es „Dumme Nazis gründen eigene Parteien, schlaue Nazis gehen in die CDU!“ In Sachsen heißt es wohl „Dumme Menschenfeinde gehen in die NPD, nicht ganz so dumme in die CDU!“

Wer sich als normal denkender auf der privaten Homepage dieses Mannes umschaut wird auch schnell fündig, warum ich ihn in die ganz rechte Ecke setze. Bei über 400 Artikeln wird als Quelle die rechts-populistische Postille „Junge Freiheit“ und in mehr als 2700 Artikeln seit 2008 die evangelikale Homepage „idea“ genannt. Wer sich vorwiegend auf solchen Seiten herumtreibt muss wohl so werden. Wobei, er scheint auch schon in jüngeren Jahren in diese Richtung tendiert haben. So schreibt er in seinem Selbst“Zeugnis“: „Die vielen Gebete meiner lieben Frau trugen uns hindurch. Ich wurde bei den organisierten Treffen im Untergrund und während der Reden zu den Montagsdemonstrationen auf dem Marktplatz der Kreisstadt behütet. Ein Ende der SED-Diktatur wurde uns geschenkt. Dafür danken wir Gott von ganzem Herzen.“ Machen wir in seinem „Zeugnis“ einen Sprung und kommen ins Jahr 2001. Dort liest man: „Aber Gott plant vor: Bereits zur Frankfurter Buchmesse im September 2001 durfte ich den Leiter der Evangelischen Nachrichtenagentur idea Helmut Matthies kennenlernen. Hauptthema des Gespräches: Das Wunder der Wiedervereinigung Deutschlands“.

Schneider, der auch Mitgründer der „Konservativen Basisbewegung der sächsischen CDU“ und Vorsitzender des Kreisverbands „Christdemokraten für das Leben“ ist, sieht in einem Faltblatt der „Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus“ einen Angriff auf die Religionsfreiheit. Denn mit dieser Handreichung würden Christen diskriminiert, für die „die Bibel vom 1. Buch Mose bis zur Offenbarung des Johannes das von Gott inspirierte Wort Gottes ist“, so Schneider.

Denn laut Schneider, widersprechen homosexuelle Partnerschaften Gottes Willen und Homosexualität sei in Bibelstellen „uneingeschränkt“ als „sündhafte Lebensweise“ tituliert.

Die „Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus“ hat, nachdem sie bis vor kurzem vor allem Materialien gegen Neofaschismus veröffentlichte, jetzt damit angefangen Material gegen „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ herauszugeben. Dazu gehört unter Anderem die Herabsetzung von Juden und Muslimen, Obdach,- und Erwerbslosen aber auch der Kampf gegen Sexismus und Homophobie. Das so was Schneider nicht schmeckt, war zu erwarten.

Warum wir uns mit diesem Artikel eine ganze Woche Zeit gelassen haben hat einen Grund. Wir möchten Thomas Schneider den „Tag des Herrn“ damit versüßen.

Hallo Herr Schneider, Homosexualität ist keine Krankheit, aber Homophobie kann behandelt werden!

Veröffentlicht unter Pressemeldungen, Queer Getagged mit: , , , , ,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Aktuelle Ausgabe

Archiv

Buchtipp!

»Muslime vs. Schwule«

Hier das Buch 'Muslime versus Schwule' bestellen

Hier das Buch bestellen