Homosexualität in Indien legalisiert

wappen_indienDas Hohe Gericht in Neu-Delhi hat das rund 150 Jahre alte Gesetz gegen Homosexuelle aufgehoben.

Die Richter entschieden, dass der Paragraf 377 des Strafgesetzbuches, den die britischen Kolonialherren 1861 einführten, gegen die Grundrechte von Lesben und Schwulen verstoße. Der viktorianische Paragraf 377 stellt „geschlechtliche Aktivitäten gegen die Natur“ unter Strafe und wurde vor allem gegen Schwule eingesetzt,  Vergehen konnten mit bis zu zehn Jahren Haft bestraft werden.

Die konservative Regierung hat allerdings immer noch die Möglichkeit, gegen das Urteil Berufung einzulegen. Nach dem Urteil hatte sie sich allerdings noch nicht dazu geäußert.

Sie hatte aber während des Prozesses erklärt, dass Homosexualität eine „Perversion“ sei und deshalb weiter verboten bleiben müsse.
In der indischen Öffentlichkeit gilt Homosexualität wie auch das Kastenwesen und die „Unberührbaren“ nach wie vor als Tabu-Thema.

Die „Hirschfeld-Eddy-Stiftung“ ist der Meinung, dass diese Entscheidung auch Einfluss auf andere Länder der Region haben können: „Homosexuelle Handlungen werden in Pakistan, Bangladesh, Bhutan, Sri Lanka, Myanmar sowie in Malaysia und Singapur noch immer mit hohen Haftstrafen geahndet.

In all diesen ehemaligen britischen Kolonien sind noch die Strafgesetze aus der viktorianischen Zeit in Kraft, die seinerzeit Oscar Wilde ins Zuchthaus brachten“, heißt es in einer Erklärung. „Wir hoffen, dass nun die die Front der Verfolgerstaaten weiter bröckelt. Lesben- und Schwulenrechte sind Menschenrechte. Sie sind unteilbar und weltweit gültig. Noch immer behandeln rund 80 Staaten Homosexuelle als Verbrecher, in fünf Staaten droht ihnen die Todesstrafe.“

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