IDAHO? – Was hat DKP queer mit IDAHO zu tun?

Der Internationale Tag gegen Homophobie (engl. International Day Against Homophobia, IDAHO) wird seit 2005 am 17. Mai begangen.

Die Initiative dazu ging von Louis-George Tin aus, der heute der französischen Sektion der International Lesbian and Gay Association vorsteht. Ziel des Tages ist es, internationale Aktivitäten zu koordinieren und Respekt für Lesben und Schwule einzufordern. Das Datum wurde zur Erinnerung an den 17. Mai 1990 gewählt, dem Tag, an dem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Homosexualität aus ihrem Diagnoseschlüssel gestrichen hat. Für die BRD ergeben sich Parallelen zwischen dem Datum 17.5. und dem ehemaligen Paragraphen 175 des Strafgesetzbuches von 1872, 1919, 1933, 1949, 1969 und 1973.

Homosexualität ist noch immer in rund 70 Staaten strafbar; in sieben Ländern (Iran, Sudan, Jemen, Mauretanien, Saudi-Arabien, Somalia und Nigeria) sind Homosexuelle noch immer von der Todesstrafe bedroht.

Dass es den Artikel 175 den die BRD ab 1949 in seiner von den deutschen Faschisten 1933 verschärften Form erst zwanzig Jahre später reformierte statt ihn abzuschaffen, 1994 dann doch abschaffte verdanken wir einer notwendig gewordenen Strafrechtsangleichung. Denn vom Tag der Annektierung der Deutschen Demokratischen Republik am 3. Oktober 1990 bis zum 11. Juni 1994 herrschte in der größer gewordenen BRD und auch in Berlin zweierlei Recht. In der alt BRD und Westberlin galt weiterhin der §175 in seiner Form vom 1973, in Berlin (ehemals Hauptstadt der DDR) und der annektierten DDR galt dieser § nicht. Es ist ein Verdienst der Schwulen und Lesben dort, die massiv Druck aufbauten und die reaktionäre BRD Regierung unter Kohl dazu brachte den §175 nicht auch auf das Gebiet der ehemaligen DDR auszudehnen.

Die DDR hatte ab 1950 den §175 der Weimarer Republik in gebrauch, ihn allerdings so gut wie nie angewendet. Ab Ende der 1950er Jahre wurde Homosexualität unter Erwachsenen nicht mehr geahndet. 1968 gab sich die DDR ein eigenes Strafgesetzbuch, das in §151 homosexuelle Handlungen mit Jugendlichen  unter Strafe stellte. 1988 wurde dieser Paragraph ersatzlos gestrichen, da auch er so gut wie nie Anwendung fand.

Wir begehen den 17.Mai als einen Tag wie es der Genosse Dr. Alberto Roque Guerra von CENESEX dem cubanischen Nationalzentrum für sexuelle Aufklärung im vergangenen Jahr erläuterte als er zusammen mit Mariela Castro in der BRD war. „Homophobie ist gegen die Prinzipien der Revolution“ und wie wir es in unseren Forderungen formulieren: „Die Gleichwertigkeit aller Menschen ist eine nur langfristig zu lösende Aufgabe. Für uns sind solche Erscheinungen, wie die Homophobie, dem Rassismus und Sexismus wesensgleich und werden von uns bekämpft.“

Es fehlt immer noch eine Rehabilitierung und Entschädigung aller Opfer des deutschen Faschismus und der BRD, die aufgrund ihrer Sexualität oder Lebensweise verfolgt wurden, ihrer Angehörigen und der unverheirateten Lebenspartner. Deshalb fordern wir

• Das Bundesentschädigungsgesetz ist entsprechend zu ändern.

• Daten aus so genannten Rosa Listen und alle weiteren Datensammlungen über sexuelles Verhalten mü ssen unwiederbringlich vernichtet werden.

• Berufsverbote, Benachteiligungen im Beruf oder Diskriminierung am Arbeitsplatz darf es grundsätzlich nicht geben.

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