Deutschland, einig Homo-Land?

BRD, 2006: Gleichgeschlechtlich Liebende sind überall akzeptiert: Es gibt eine blühende schwul-lesbische Subkultur, die „eingetragene Partnerschaft“ ist dank rötlich-olivgrün Gesetz, es gibt tolle, farbenfrohe CSDs (Christopher Street Day)…

Also: Deutschland, einig Homo-Land? Mitnichten! Von dem um sich greifenden Sozialabbau in Ländern und Kommunen sind auch AIDS-Hilfen, Kommunikationszentren und andere nichtkommerzielle Projekte von der Szene für die Szene betroffen. Das in der Tat in den Grosstädten reichhaltige Angebot an Bars, Kneipen, Kinos, Diskotheken etc., ist für arbeitslose und von Sozialabbau betroffene (die Hartz-„Reformen“ und die Rotstiftpolitik der Agenda 2010 trifft auch Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transgender (SLBT) kaum zu bezahlen. Von SLBTs in der „Provinz“, die sich auch im Jahre 2006 noch dumme Sprüche anhören müssen, ganz zu schweigen.

Wie gehabt, werden Treffpunkte von Nazis angegriffen. Es gibt wieder Fälle, wo Bars und Kneipen, Parkplätze etc. von den Ordnungsbehörden geschlossen werden. Und was macht der selbsternannte „Interessenverband aller Schwulen und Lesben“ der LSVD (Lesben-und Schwulenverband in Deutschland)? Er diente als Sprungbrett für „grüne“ Parteikarrieren und tut sich seit längerem vor allem durch rassistische, pauschalisierende Hetze gegen Muslime hervor. Bezeichnend für den Rechtsruck der „gay community“ ist das Motto des diesjährigen CSDs in Berlin: „Einigkeit und Recht und Freiheit“. Dies zeigt endgültig, dass das hauptsächlich schwule Establishment sich endlich mit der kapitalistischen BRD versöhnen will. Soll es daß gewesen sein? Sind SLBTs in den 70/80er Jahren dafür auf die Strassen gegangen, haben sich in der Stonewall Straßenschlachten geliefert? Wir meinen Nein!

Der Kampf für daß gleiche Recht für Alle (und nicht nur eine kleine Minderheit, die sich den bürgerlichen Normen („Homo-Ehe“ anpassen wollen) ist gerade jetzt wichtiger denn je. Die gesamte Linke und Arbeiterbewegung steht vor entscheidenden Herausforderungen. Die kapitalistische Krise lässt keinen unberührt, schon gar nicht „Minderheiten“, selbst wenn sie zwischen 5% und 10% der Bevölkerung ausmachen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass rechte/faschistische Kräfte auch wieder gegen SLBTs und anderes „undeutsche“ vorgehen werden. Dem muss Einhalt geboten werden.

Wir, schwule/lesbische/bisexuelle Kommunistinnen und Kommunisten, Sozialistinnen und Sozialisten in DKP und SDAJ meinen, daß es an der Zeit ist, auch (und gerade) in der „Community“ einen starken links-revolutionären Pol aufzubauen, der sich auch in „unserer Szene“ für sozialistische/kommunistische Alternativen zum kapitalistischen Wahnsinn und zur rechten Anpassungspolitik des „LSVD“ einsetzt. Um solche Fragen und um die Praxis auszuwerten und zu diskutieren, laden wir zu einem Treffen am 19. und 20. August in die Karl-Liebknecht-Schule in Leverkusen ein. Eine Anmeldung ist erforderlich. Schon zuvor wird es Möglichkeiten zum Diskutieren geben. Auf dem zentralen Pfingstcamp der SDAJ wird sich eine Runde mit dem Thema „red and gay“ beschäftigen und auf dem Frankfurter CSD wird es einen gemeinsamen Infostand von DKP und SDAJ geben. Außerdem sind, wenn auch vorerst nur in Hessen, zwei Lesungen geplant. Eine zum Thema „Sexuelle Revolution – war es das schon?“ und die zweite zum Thema „schwule Nazis“.

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