NATO raus aus Afghanistan!

Mehrere Tausend Menschen haben am vergangenen Samstag in Bonn gegen den andauernden Krieg in Afghanistan und für den Abzug aller ausländischen Truppen aus dem Land demonstriert. Die Organisatoren bezifferten Medienberichten zufolge die Teilnehmerzahl auf 4500. Fast zeitgleich gingen auch in der afghanischen Hauptstadt Kabul mehrere Hundert Menschen gegen die ausländischen Besatzungstruppen auf die Strasse.

Angelika Claußen von der Ärzteorganisation IPPNW kritisierte aus ihrer eigenen Sicht als Medizinerin den Krieg in Afghanistan:

„Für uns Ärzte stehen Menschlichkeit, Humanität im Mittelpunkt unseres Handelns. Humanität, das bedeutet zuallererst Recht auf Leben, Recht auf Nahrung, auf Gesundheit, Wohnung und Kleidung. Also unsere sozialen Grundrechte. Die afghanische Bevölkerung ist dieser Grundrechte beraubt worden, von der NATO und ihren Soldaten, von der Militäroligarchie der Kriegsfürsten in Kabul, die mit NATO-Willen eingesetzt wurden, und auch von den Warlords, die Seite an Seite mit den Taliban-Warlords kämpfen. Die afghanische Bevölkerung ist von allen kriegsführenden Parteien in Geiselhaft genommen worden.“

In Afghanistan sollen über drei Millionen Kinder chronisch unterernährt sein, das entspreche 50 Prozent aller Kinder des Landes. „Immer noch sterben in Afghanistan 200 von 1000 Kindern, bevor sie fünf Jahre alt werden.“ So die Ärztin weiter und stellte die rethorische Frage: „Welchen der Politiker auf der Afghanistan-Konferenz hier in Bonn wird das interessieren?“

In keiner Ecke der Welt führen Soldaten der Nord Atlantischen Terror Organisation einen Friedenseinsatz durch, nirgends geht es um humanitäre Hilfe. Es geht um Rohstoffquellen und Absatzmärkte wie es in den Richtlinien der Bundeswehr(macht) seit 1992 steht.

Es ginge auch um Frauenrechte und Homorechte in Afghanistan, hört man ab und zu in den Medien. Dass es sich dabei um Propaganda handelt, sollte uns allen klar sein. Nur in einem sozialistischen Afghanistan können Frauen- und Homorechte umgesetzt werden. Und dafür muss gekämpft werden.

Unsere Aufgabe in der BRD muss also sein, Widerstand gegen die Kriegspolitik, den damit einhergehenden Demokratie- und Sozialabbau zu entfachen; und zwar mit allen uns dazu zur Verfügung stehenden Mitteln.

Aus Afghanistan war die Parlamentsabgeordnete Malalai Joya nach Bonn gekommen, um zu den Demonstranten zu sprechen. Malalai Joya kritisiert seit Jahren die US-Aussenpolitik und die Besatzung ihres Landes durch die NATO scharf. Sie fordert einen sofortigen Abzug der Streitkräfte aus Afghanistan. Auch wirft sie den USA vor, unter dem Vorwand Frauenrechte und Demokratie nach Afghanistan zu bringen, mit ihrer Truppenpräsenz eigene strategische Interessen zu verfolgen. Mitte März 2011 wurde ihr ein Einreisevisum in die USA verweigert, weil sie „beschäftigungslos sei und im Untergrund lebe.“

Quelle: Redglobe  /  DKP queer

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