Österreich…Österreich…Österreich

Für einen neuen Skandal sorgt erneut das Bundesamt für Fremdenfeindlichkeit und Asylablehnung (BFA) in Österreich:

Ein homosexueller Mann bekommt in Österreich kein Asyl, weil er keine Sex-Fotos von Chat-Dates oder Schwulenpornos auf seinem Handy hatte. Diesen „schockierenden und respektlosen“ Fall deckt die Plattform „fairness-asyl.at“ auf.

Wörtlich heißt es in dem negativen Asylbescheid, den der Mann im Januar 2018 bekommen hat: „Nachdem Sie über ein Smartphone verfügen und offensichtlich auch das Internet nutzen, ist es äußerst unwahrscheinlich, dass Sie bei tatsächlichem Verkehr mit anderen Männern, keinerlei Fotos (resultierend aus Chats) auf Ihrem Handy vorweisen können (Fotos wurden freiwillig gezeigt).“

Auch könne dem Beamten zufolge „nicht nachvollzogen werden, dass Sie nur oberflächliche Angaben zu Ihrem Internetnutzungsverhalten angeben können. Hier wäre bei tatsächlichem Interesse (wie angegeben) an pornographischem Material über Homosexuelle, zumindest von Lieblingsseiten im Internet auszugehen.“ Der Mann hat gegen den Bescheid Berufung eingelegt und möchte bis zum Ausgang des Verfahrens anonym bleiben.

Das Nichtvorhandensein von pornografischem Material auf seinem Handy in den Bescheid hineinzuschreiben zeigt ganz klar, dass es hier nicht mehr um Objektivität geht. Das zeigt aber auch ganz klar, dass der ganze Bescheid als solches ad absurdum geführt wird“ schüttelt Wolfgang Salm, Gründer der Plattform „Fairness Asyl“ im Ö1-Mittagsjournal den Kopf.

Mitte August hatte eine andere Entscheidung des BFA international für Aufsehen gesorgt: Ein bereits einschlägig bekannter Bediensteter der Regionalstelle Wiener Neustadt hat einem 18-jährigen Afghanen den Asylstatus verwehrt, weil er ihm nicht schwul genug vorkam. Dem Referenten wurde zwar die Approbation entzogen, doch er blieb bisherigen Informationen zufolge im Amt und das Ministerium stellt sich schützend vor ihn. Vermutlich hat er das passende schwarze oder braun/blaue Parteibuch.

Der von „fairness-asyl.at“ aufgedeckte Fall kommt allerdings nicht aus Wiener Neustadt – für Doro Blancke, Gründerin der Hilfsorganisation „Gib mir deine Hand“, zieht sich „das Problem durch das ganze Land“. Darauf deuten auch andere Fälle hin: Ein 27-jähriger Iraker bekam wegen seines „überzogen mädchenhaften Verhaltens“ kein Asyl. Der Asylantrag eines Iraners, der in einer Beziehung mit einem Mann lebt, wurde vom BFA abgelehnt, weil er die Farben der Regenbogenflagge nicht kannte.

Schon im April wurde darüber berichtet, dass ein schwuler Flüchtling bei seiner Einvernahme durch das BFA gefragt wurde, ob er „der weibliche oder männliche Part beim Geschlechtsverkehr“ sei – und danach gefragt wurde, ob es denn wehtue. Bei einem anderen schwulen Asylwerber, der angab, beim Sex aktiv zu sein, meinte der Zuständige: „Rein statistisch müssen unter den Homosexuellen 50 Prozent die passive Rolle haben. Bei den Arabern, die mir unterkamen, stimmt die Quote nicht. Wie würden Sie so etwas erklären?“

Man kann kaum so viel fressen wie man kotzen möchte.

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