Pius-Brüder gegen CSD

demo-gg-csd1In Stuttgart ruft die klerikal-faschistische Pius-Bruderschaft für Samstag, dem 1. August zu einer Demonstration gegen den „Umzug der sexuellen Perversion“ auf.

Die „Bruderschaft“ ruft dazu auf, während der Polit-Parade des CSD, gegen diesen ebenfalls in Stuttgart zu demonstrieren.

„Die Vereinigung der Homosexuellen und Lesben in Deutschland hält auch dieses Jahr wieder einen Umzug der sexuellen Perversion in Stuttgart“, heißt es in dem Aufruf. „Wir überzeugte Katholiken der Tradition möchten in einer friedlichen Meinungskundgebung unsere Grundrechte als deutsche Staatbürger wahrnehmen, und gegen diese Verspottung von Gottes Geboten unsere Stimme erheben!“.  Aufgerufen seien alle volljährigen Christen, genauer gesagt: „Erwachsene Katholiken, Protestanten und alle jene, denen Gottes Gebote noch heilig sind (Mindestalter: 18 Jahre).“

Schon 2008 haben evangelikale, sprich fundamentalistische Christen nach einem Aufruf der „Bruderschaft“ gegen den CSD demonstriert.  Sie stehen in einer gewissen Tradition, denn dies war die erste Aktion gegen den Stuttgarter CSD seit 2001, als die neofaschistische NPD dagegen mobil gemacht hatte.

Auf ihrer Website tritt die Pius-Bruderschaft für eine Wiedereinführung des Paragrafen 175 in der Nazi-Fassung von 1935 ein.

Sie zitiert die Unterstützung des Adenauer-Regiems aus dem Regierungsentwurf von 1962

„Vor allem stände auch für die Homosexuellen nichts im Wege, ihre nähere Umgebung durch Zusammenleben in eheähnlichen Verhältnissen zu belästigen. […] Ausgeprägter als in anderen Bereichen hat die Rechtsordnung gegenüber der männlichen Homosexualität die Aufgabe, durch die sittenbildende Kraft des Strafgesetzes einen Damm gegen die Ausbreitung eines lasterhaften Treibens zu errichten, das, wenn es um sich griffe, eine schwere Gefahr für eine gesunde und natürliche Lebensordnung im Volke bedeuten würde.“

„Heute fordert die Schwulen-Lobby die Aufnahme der geschlechtlichen Perversion in die Verfassung! – Adenauer würde sich im Grabe umdrehen, wenn er die sodomitischen Umzüge in Deutschland miterleben müsste“, ist sich die „Bruderschaft“ sicher.

Soll sich der homophobe, antikommunistische Sezessionist aus Rhöndorf von uns aus wie ein Ventilator drehen, ist unsere Antwort darauf.

Die Polit-Parade des CSD Stuttgart beginnt um 14 Uhr in Stuttgart Heslach (Böblinger Straße). Um 18 Uhr findet die Abschlusskundgebung auf dem Schlossplatz statt.

Wer sich die fundamentalistische „Gegendemonstration“ ansehen will, sie soll gegen 15:30 Uhr am Marienplatz starten.

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