Refugees Protestmarsch – Polizei räumt Camp

Quelle: TY München

Quelle: TY München

Wie das Portal redglobe.de meldet, hat die bayerische Polizei heute in den frühen Morgenstunden mit 350 Beamten das Protestcamp der Flüchtlinge auf dem Münchener Rindermarkt geräumt.

Wie Augenzeugen berichten, wurden die Hungerstreikenden brutal weggezerrt. Flüchtlinge, die sich gegen die Räumung wehrten, wurden von den Beamten zusammengeschlagen. Unterstützer, die sich auf dem Platz versammelt hatten, wurden auseinandergetrieben und teilweise festgenommen.

Wie die Münchener „Abendzeitung“ auf ihrer Homepage meldet, hatte die SPD-geführte Stadtregierung den Einsatz angeordnet und mit „Gefahr für Leib und Leben“ der Hungerstreikenden begründet. Am Samstag hatte sich die Lage zugespitzt, nachdem Vermittlungsgespräche gescheitert waren. Ein Arzt, der mehrere der Flüchtlinge untersucht hatte, hatte bei einigen Hungerstreikenden einen lebensbedrohlichen Zustand festgestellt.

„Unterstützer aus dem linken Lager haben es der Polizei mit Sitzblockaden, Schreikrämpfen und ähnlichem  Widerstand schwer gemacht“, berichtet die „Abendzeitung“ über die 90 Minuten dauernde Räumung.

So arbeitet die verlogene, menschenverachtende, korrupte CSU, Hand in Hand mit der SPD! Denkt daran bei der Landtagswahl und der Bundestagswahl!

Aktualisierung:

Erklärung der streikenden Asylsuchenden in München: Brutale Campräumung nach Lüge über Angebot

Wie auch redglobe.de dokumentieren wir nachstehend die heute verbreitete Pressemitteilung der Flüchtlinge zur Räumung ihres Protestcamps in München durch die Polizei.

Das Protestcamp am Rindermarkt ist heute gegen 05:00 Uhr morgens unter massivem und brutalem Polizeieinsatz geräumt worden.

Bei der gestrigen Verhandlung der Behörden mit dem Vermittler der Asylsuchenden wurde von ers­teren erklärt, dass die Vermittler_innen erstens keine Verhandlungsvollmachten hätten und zweitens die Verhandlungen erst dann weitergeführt werden würden, wenn die Protestierenden den Hunger- und Durststreik abbrächen. Die Meldung, dass uns eine Aufenthaltsgenehmigung nach Artikel 23 in Aussicht gestellt wurde, ist gelogen. Von den Behörden wurde keinerlei Angebot gemacht. Stattdes­sen wurden die Verhandlungen für gescheitert erklärt und das Camp am nächsten Morgen geräumt. War die Räumung also schon geplant? Das Verhalten der Behörden jedenfalls lässt vermuten, dass es keine Kompromisslösung geben und eine Räumung bereits provoziert werden sollte.

Unter dem Deckmantel eines humanitären Eingriffs wurde der Rindermarkt von einem riesigen Polizeiaufgebot gestürmt, wobei die Form des Einsatzes sofort offensichtlich machte, dass die Räu­mung nicht die Rettung von Menschenleben zum Ziel hatte, da das polizeiliche Vorgehen für die Menschen vor Ort in ihrer aktuellen Situation höchst lebensgefährlich war: Die Durststreikenden wurden ohne Anwesenheit von Mediziner_innen angegriffen, geschlagen und getreten, sodass sie unter Schmerzen stöhnten.

Die Polizei kam innerhalb von Sekunden auf das Gelände und verschaffte sich mit Gewalt Zutritt zum Camp. Erst, als sie sich bereits innerhalb des Camps befand, erklärte die Einsatzleitung die Versammlung für beendet und forderte alle Anwesenden zum Verlassen des Areals auf. Die Auffor­derung wurde nur auf deutsch und in aggressivem Tonfall ausgesprochen. Rechtlich gesehen muss eine Versammlung jedoch vor einer Gewaltanwendung aufgelöst und nach einer gewaltfreien Auflö­sung gesucht werden. Das gewalttätige Vorgehen der Polizei ist vor allem deshalb nicht zu rechtfer­tigen, da wir, die bereits 5 Tage lang nichts getrunken haben, immens geschwächt und teils schla­fend in den Zelten lagen, als die Polizei diese stürmte.

20 bis 30 Unterstützende bildeten eine Kette vor den Zelten, sie wurden jedoch von der Polizei überrannt und zu Boden gebracht. Dann startete die Polizei sofort den unmittelbaren Zugriff auf hungerstreikende Asylsuchende unter Gewaltanwendung. Es wurden Schmerzgriffe angewendet, Menschen zu Boden gedrückt, Gliedmaßen verdreht. Mehrere Menschen haben unter Schmerzen geschrien. Die Menschen, die sich innerhalb des Camps befanden, hatten drei Gruppen gebildet, die sich gegenseitig zum Schutz hielten, diese wurden nacheinander aufgelöst.

Zu diesem Zeitpunkt befanden sich noch immer drei Kinder in dem Camp. Die zwei Geschwister von 8 und 9 Jahren mussten dabei zusehen, wie ihre Eltern von der Polizei angegriffen und miss­handelt wurden. Die hochschwangere Frau wurde geschubst und fiel hin, während sie ihr 16 Monate altes Kind auf dem Arm hatte. Das Jugendamt, das in den Tagen zuvor stets besonders besorgt um die Sicherheit der Kinder gewesen war, sah in diesem Moment tatenlos zu.

Auch Menschen mit offenen Wunden an Händen und Beinen wurden attackiert, und das ohne die Anwesenheit von Ärzt_innen. Von der Polizei wird ihr Vorgehen, Frauen und kranken bzw. extrem geschwächten Menschen Gewalt zuzufügen, als humanitärer Eingriff bezeichnet. Das ist eine bloße Verhöhnung der Menschenrechte und des Artikels 1 der Verfassung, welcher besagt, dass die Wür­de des Menschen unantastbar sei. Das Vorgehen der Polizei ist in keinster Weise zu rechtfertigen!

Außerhalb des Camps wurden die Polizeiführungskräfte mehrfach auf ihr rechtswidriges Verhalten hingewiesen, haben jedoch diese Hinweise stets nur belächelt. Hungerstreikende wurden teils von der Feuerwehr auf Liegen hinaus getragen, teils jedoch unter ve­hementem Widerstand von Polizist_innen hinaus gezerrt und unter Gewaltanwendung oder gar in Handschellen abgeführt. Die Polizei drängte die Unterstützer_innen, die sich außen um das Camp befanden, unter dem Vorwand des humanitären Einsatzes weg. Die meisten Asylsuchenden wurden anschließend in verschiedene Krankenhäuser gefahren, einige jedoch wurden ohne medizinische Begleitung zur Polizeistation gefahren. Als das Camp von Menschen geräumt war, fuhren Containerwagen vor, um das gesamte Campma­terial mitsamt privater Besitztümer zu entfernen.

Zwei Durststreikende berichten, dass sie sich nach ihrer Abführung und dem Transport zum Polizei­präsidium gezwungen wurden, sich nackt auszuziehen. Sie und weitere Asylsuchende erhielten während ihres gesamten Aufenthaltes in der Polizeigewahrsam keinerlei medizinische Versorgung, obwohl die für sie lebensgefährliche Situation nach Tagen des Hunger- und Durststreiks bekannt war. Sie wurden einer ID-Behandlung inklusive der Abnahme von Fingerabdrücken unterzogen. Ei­nigen wurde keine Dolmetscher_innen gestellt.

Aufgrund des brutalen Polizeieinsatzes in den frühen Morgenstunden musste die für heute einberufene Pressekonferenz um 12h abgesagt werden. Deshalb laden wir, die streikenden Asylsuchenden, heute um 15.30h zu einer Pressekonferenz am Rindermarkt ein. Wir werden die Umstände, unter denen die Verhandlungen und die Räumung erfolgten, aufklären und un­sere nächsten Schritte ankündigen.

Die streikenden Asylsuchenden in München

Veröffentlicht unter Internationales, Pressemeldungen Getagged mit: , , ,

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Aktuelle Ausgabe

Archiv

Buchtipp!

»Muslime vs. Schwule«

Hier das Buch 'Muslime versus Schwule' bestellen

Hier das Buch bestellen