Sieben Tage in einem unbekannten Land

KDVR2 062In der Demokratischen Volksrepublik Korea hier besser bekannt als Nordkorea ist Homosexualität offiziell unbekannt.

Auf die Frage nach „alternativen Lebensformen“ wusste unser Guide zuerst keine Antwort. Erst nach kurzer Zeit fragte er „ach so, Homosexualität? Das gibt es bei uns nicht!“ Er kannte den Begriff auch nur, weil er ende der 80er Jahre einige Monate in der DDR verbrachte.

Was viele Besucher in Nordkorea als offene Homosexualität ansehen, ist keine. Händchenhalten zwischen Männern oder Frauen ist ganz normales Leben in Korea (auch im Süden). Auch dass ältere Nordkoreaner jüngere im Gespräch am Unterarm zärtlich halten ist dort gegenwärtig und hat nichts mit Homosexualität zu tun.

In einem Land in dem es keine Homosexualität (zumindest offiziell) gibt, kann es auch keine Gesetzgebung pro oder contra Homosexueller geben. Zumindest dieser Aspekt fällt positiv auf.

Wie sich das Leben Homosexueller in Nordkorea abspielt, wo man Bekanntschaften machen kann oder sich auf ein Nümmerchen treffen kann bleibt im dunklen.

Eine Reise nach Nordkorea ist für jeden der sich ein Bild von einem unbekannten Land machen will absolut zu empfehlen. Vor allem sollte sich jeder Besucher klar sein, dass man nicht jeder Propaganda trauen kann. Erst Recht nicht die aus dem Westen.
Und wer auf hübsche Männer in schönen Uniformen steht, für den ist die KDVR erst Recht ein schönes Reiseziel!

Der Leiter der Kommission DKP queer war für eine Woche in der KDVR. Weitere Berichte folgen.

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8 comments on “Sieben Tage in einem unbekannten Land
  1. stefan edel sagt:

    . Ich würde in kein Land fahren, dessen Diktator kürzlich mal wieder einen lange führenden Funktionär aus einer Sitzung des Volkskongresses holen und sofort hinrichten ließ (die „Kommunistische Initiative“, wo auch DKP-Mitglieder mitarbeiten sollen, begrüßte in einem Telegramm „die Ausschaltung der Konterrevolutionäre“. Volltreffer, so macht man den Sozialismus sicher wieder beliebt beim Volk.)Das entspricht nicht gerade meinen Vorstellungen von Sozialist. Demokratie.
    Überhaupt haben die in ihrer Verfassung ja selbst schon lange offiziell den Marxismus durch die bizarre Juchte-Ideologie ersetzt, die ein messianischer Führerkult ist.
    Ich befürchte, daß sich hier jemand potemkinsche Dörfer vorführen läßt, wie sie es zu Stalin´s Zeit in der SU immer mit westl. Schriftstellern getan haben. Panajit Istrati berichtete in seinem 1929 erschienen Buch „Auf falscher Bahn“ wie sich alles völlig anders darstellte, nachdem er auf eigene Faust das Land bereiste.
    Da es natürlich auch in Nordkorea Schwule gibt, zeigt die Bemerkung des Reiseführers, die gäbe es dort nicht (was man auch oft aus isl. Ländern hört, obwohl gerade dort Sex unter Männern sehr häufig ist)wie unbewußt dort gelebt wird- bzw. alles überdeckt von dringenderen existenziellen Problemen wie Armut, Hunger.

    • Thomas sagt:

      Das wir viel Propaganda gesehen und gehört haben ist uns auch klar, nur um wieviel größer die westliche Propaganda gegen die KDVR ist, erlebt man wenn man einmal dort war um so intensiver.

      Aha, die KI gibts wieder? noch? oder wie? Die DKP hat zumindest was die vor einigen Jahren gegründete KI angeht und die sich allem Anschein nach des öfteren gespalten hat einen Unvereinbarkeitsbeschluss, da diese KI in der DKP einen ihrer Hauptgegner gesehen hat.

  2. stefan edel sagt:

    ja, nett,wenn ihr nichts mit KI &deren Telegramm am hut habt. aber auch die dkp hat freundschaftl. Beziehungen zu nordkorea
    und mir fiel bis jetzt noch keine Verurteilung der von mir benannten punkte (irrer führerkult, Ausschaltung anderer Meinungen in der Partei per Todesstrafe, offiziell Marxismus gestrichen usw.) durch euch auf. da weichst du aus. eben weil es fakten sind und nicht nur westl.propaganda.

    ich weiß nicht ob die meldung stimmt daß in nordkorea alle Studenten denselben Haarschnitt wie staatsführer kim jong tragen sollen,aber als ein Friseur in London Reklame machte mit dem gag „hier gibt’s den kim jong-haarschnitt“ wurden die Diplomaten des landes vorstellig und beschwerten sich heftig über die „Beleidigung“ ihres großen führers. wie humorlos und bizarr das alles!

  3. Thomas sagt:

    Ich frage mich ganz andere Sachen. Warum muss ich deine Kommentare nicht freischalten wie alle anderen?

  4. stefan edel sagt:

    Gegenfrage: warum würdest du sie nicht freischalten wollen?
    statts auf berechtigte fragen und Feststellungen einzugehen, scheint es dich nach Zensur zu gelüsten. fehlen die antworten?

  5. Thomas sagt:

    Warum sollte mir Zensur einfallen? Löschen könnte ich sie ja immer noch! Mach ich ja nicht.

    Antworten auf was? Auf Propagandaphrasen?

  6. stefan edel sagt:

    du machst dich lächerlich, Fakten als propagandaphrasen abzutun. die Todesstrafe für seinen onkel, jahrzehntelanger funktionär, ist ein fakt, öffentlich verkündet,(Menschenleben bedeuten dir wohl nicht viel?), die Abschaffung des Marxismus kannst du in der Verfassung nachlesen, den messianischen führerkult in der juchte-Ideologie. ist sicher auch in nordkorea nicht zu übersehen (statuen usw.)
    sehr schwach, thomas, wie ich schon sagte: sich potemkinsche dörfer vorführen lassen, statts auf eigene faust das land zu bereisen (was vermutl. gar nicht erlaubt ist.) mit der Stalinist. methode, auf nichts konkret einzugehen, Fakten zu leugnen, kommt ihr nicht weit. dkp 1975: über 40.000 Mitglieder (&sday, msb, dvu); 40 jahre später: 3.500(nach eigenen angaben).
    von kim jong lernen (was du offenbar getan hast) heißt NICHT siegen lernen….

    übrigens scheinen unter der sexarbeiter-debatte 2 Kommentare gelöscht worden zu sein (Frauengruppe). auch nicht ok.
    wieso ich hier direkt posten kann (dachte das wäre bei allen so)weiß ich selber nicht; aber du hast ja schon vorsichtshalber darauf hingewiesen, daß du immer noch löschen könntest. so fängt es an.an der macht werden dann menschen gelöscht.

  7. stefan edel sagt:

    ok,sorry, habe gerade gesehen daß der frauenartikel bei der sexarbeiter-debatte noch da ist und ich wohl die kommentarzahl falsch in Erinnerung hatte.
    wenigstens kann ich fehler zugeben und mich dafür entschuldigen, was bei kim jong &co.weniger der fall sein dürfte.

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