Sozialismus ist sexy!

Vom 28. Juli bis zum 30. Juli fand in Frankfurt am Main der Christopher Street Day (CSD) statt. Infostände gab es am 29. und 30. Juli. Zum ersten mal auch mit einem Infostand von DKP und SDAJ. Das der CSD immer weniger politisch ist, muss gesagt werden. Wobei der Frankfurter CSD dabei noch zu den Ausnahmen zählt. Zwar ist nichts mehr davon zu spüren, was am 28. Juni 1969 in New York vor dem Stonewall Inn geschah… „Polizeiwagen fuhren vor dem Stonewall Inn in New York vor, die Polizisten verteilten sich auf die Zugänge, stürmten die Räume und kontrollierten die Ausweise der Gäste und drängten diese dann auf die Straße. Doch diesmal ließen sich die ca. 200 Schwulen, Lesben und Transsexuelle nicht so leicht einschüchtern! Vor dem Lokal in der Christopher Street versammelten sich immer mehr queers und diskutierten über die Vorgänge. Es kam zu Straßenschlachten zwischen queers und Polizei. Mit diesem heftigen Widerstand hatte die Polizei nicht gerechnet – hatten die gays es doch bisher vorgezogen, ihre Anonymität zu waren. Die Polizisten zogen sich vorerst zurück. Seit diesen Tagen gewann die Lesben- und Schwulenbewegung an Bedeutung, sprang der Funke der gayliberation von New York aus über auf die ganze USA, auf Südamerika, Europa und Australien.“ …Aber es ist politisch mehr los als z.B. in Köln.

Der CSD ist bunt, laut und die meisten Akteure geben sich wie an Fasching. Aber das eine oder andere politische ist dennoch geblieben. Dieses Jahr stand der CSD in Frankfurt im Zeichen Polens.

„Keine Diskriminierung – Nirgendwo!
Zadnej dyskryminacji. – Nigdzie!“

…war das diesjährige Frankfurter Motto. Als Zeichen der Solidarität haben die Veranstalter in diesem Jahr Schwule und Lesben aus Polen eingeladen. Dort sind Übergriffe, Beschimpfungen und Diskriminierungen von Homosexuellen nach wie vor weit verbreitet. Auch und vor allem von staatlicher Seite. Auch wir sind in unserer Publikation „queer DKP“ darauf eingegangen und haben rund 500 Exemplare unter die Menge gebracht. Aber nicht nur das. Auch unser Infostand war gut besucht. In diesem Zusammenhang möchte ich mich bei allen Helferinnen und Helfern ganz herzlich bedanken, die uns dies ermöglicht haben. Aus dem ganzen Bundesgebiet sind Genossinnen und Genossen nach Frankfurt gekommen um uns hier zu unterstützen, dabei möchte ich vor allem die Genossinnen und Genossen aus Herne, Düsseldorf, Heidelberg und Freiburg erwähnen. Aber auch Unorganisierte und Heterosexuelle haben Schichten am DKP-SDAJ-Stand übernommen. Vielen Dank dafür.

Es steht für uns fest, auch 2007 werden wir wieder einen Stand auf dem Frankfurter CSD machen, sowie uns mehr als in diesem Jahr am Berliner Transgenialen CSD, dem nicht kommerziellen CSD dort beteiligen. (Ein Erlebnisbericht vom Transgenialen CSD 2006 kann hier auf unserer Homepage in Ausgabe 2 von „queer DKP“ nachgelesen werden). Auch hoffen wir nächstes mal in „netterer Nachbarschaft“ zu stehen. Dieses mal sah es so aus, wenn man die zwei politischen Infostand-Kettchen sah: „Schwusos“ in der SPD, Junge Liberale (FDP), DKP und SDAJ. Und viel weiter unten: Grüne, CDU, Linkspartei.

Oft wurden wir angesprochen, das es jetzt auch einen kommunistischen Infostand auf dem CSD gibt. Zumeist positiv aber den einen oder anderen Lästerer gab es natürlich auch. Trotz alledem, der Frankfurter CSD war ein guter Anfang und ein großer Erfolg für uns, auf dem man aufbauen kann und aufbauen muss. Auf dem CSD in Freiburg gab es am 5. August auch einen Infostand. Und auf dem CSD in Iserlohn am 9. September gibt es auch eine Beteiligung der DKP.

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