Spezialeinheit der Moskauer Polizei löst Homosexuellen-Demo gewaltsam auf

omon2Die Spezialeinheit OMON (Vergleichbar mit der GSG 9) hat in zusammenarbeit mit der Moskauer Polizei eine Portestkundgebung Homosexueller gewaltsam aufgelöst.

Am 16. Mai wollten die Demonstranten auf die Diskriminierung homosexueller Menschen in ihrem Land hinweisen.

Vor der weltberühmten Lomonossow-Universität wurden 40 Männer und Frauen teils im Würgegriff abgeführt. Die Demonstranten hatten bei der nicht genehmigten Kundgebung Plakate entrollt.

Daraufhin wurden sie wie Augenzeugen berichteten von Polizisten der Spezialeinheit OMON gejagt und in Gefängniswagen gesperrt.

Auch der Vorsitzende des russischen Homosexuellen-Verbands, Nikolai Alexejew, wurde an Händen und Füßen in ein OMON Fahrzeug gezerrt.

Nachdem im Laufe des Samstag alle nicht russischen Verhafteten aus der Haft entlassen wurden kamen am Sonntag nun auch alle Russen auf freien Fuß. Darunter auch der CSD-Organisator Nikolai Alekseev, der fast 24 Stunden ohne Kontakt zur Außenwelt war. Alle waren am Sonntag morgen noch vor einen Richter gebracht worden, aus der nicht öffentlichen Verhandlung wurde inzwischen bekannt, dass alle eine Geldstrafe von 500 Rubel (rund 12 Euro) wegen der Teilnahme an der Aktion erhalten haben. Wegen der Organisation der verbotenen Demonstration soll Alekseev in einem weiteren Prozess verurteilt werden.

Alekseev sei sechs Stunden lang verhört worden, auch von Mitarbeitern des Inlandsgeheimdienstes FSB. Die Verhafteten seien „sehr schlecht“ behandelt worden, sagte Alexejew; er sei großem psychischem Druck und „jeder Art“ von Beleidigungen ausgesetzt gewesen.

Der Moskauer Oberbürgermeister Juri Luschkow von der Putin Partei – Einiges Russland (?????? ??????) hatte mehrfach die Homosexualität als „teuflisch“ und „unnatürlich“ bezeichnet.

Schon oft wurden Kundgebungen und Demonstrationen von Homosexuellen auf Luschkows Befehl (nachdem er sie nicht zugelassen hatte) von der Polizei mit Gewalt gestoppt und aufgelöst.

Wenn man bedenkt das Russland eines der ersten Länder war, in dem Homosexualität legalisiert wurde, ist so etwas fast unglaublich.

Allerdings nur auf den ersten Blick, es war nämlich Sowjetrussland unter der Volkskommissarin (Ministerin)  für soziale Fürsorge, Alexandra Michailowna Kollontai.

Auf einem der nächsten Bundestreffen von DKP queer werden wir uns mit dem Problem der Homophobie auseinandersetzen.

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