Thälmann-Gedenkstätte Ziegenhals von Abriss bedroht

ziegenhals1Die seit Jahren durch den neuen Eigentümer geschlossene und durch eben ihn gefährdete Ernst-Thälmann-Gedenkstätte in Ziegenhals ist offenbar unmittelbar vom Abriss bedroht.

Warum? Weil ein Geldgeiler Ministerialbeamte ein schönes Seegrundstück gewinnbringend veräußern will.

Die Gedenkstätte im Gebäude der ehemaligen Gaststätte »Sporthaus Ziegenhals« an der Dahme im Landkreis Dahme-Spreewald erinnert an die bereits illegale letzte Sitzung des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) nach der Machtübertragung an die Hitler-Faschisten.

Am 7. Februar 1933 trat hier der KPD-Vorsitzende Ernst Thälmann zum letzten Mal vor seiner Verhaftung durch die Nazis als Redner auf einer Versammlung auf.

Eine Woche nach der Machtübergabe an Hitler durch Hindenburg beriet hier die Parteiführung der KPD mit etwa 40 führenden Funktionären über die nächsten Schritte.

Der Zugang zu dem damaligen Versammlungsraum und der dort enthaltenen Ausstellung ist seit Jahren verschlossen. Ein Beamter der Oberen Bauaufsicht Brandenburgs, der momentan Besitzer des Gebäudes ist, strebt seit Jahren einen Abriss dieser denkmalgeschützten Stätte an, und scheint seinem Ziel nun nä her gekommen zu sein. Wir dokumentieren deshalb nachstehend eine Erklärung des Freundeskreises Ernst-Thälmann-Gedenkstätte Ziegenhals.

Denkmalschändung und Abrissvorbereitung! Ziegenhalser Ernst-Thälmann-Gedenkstätte in größter Gefahr!

Die Ernst-Thälmann-Gedenkstätte wurde geschändet und laut den Informationen, die uns vom Vorstand des Freundeskreises vorliegen, werden in Ziegenhals konkrete Massnahmen zur Abrissvorbereitung getroffen. Es weist alles darauf hin, daß der derzeitige Eigentümer der Ernst-Thälmann-Gedenkstätte, ein Ministerialbeamter und Chef der Oberen Bauaufsicht in Brandenburg, die bedeutende Ernst-Thälmann-Gedenkstätte abreissen lassen will!

Folgende Fakten sind uns bekannt:

»Charlotte« entführt!

Das unter Denkmalschutz stehende Boot »Charlotte« ist verschwunden! Es wurde vom Areal der Ernst-Thälmann-Gedenkstätte entfernt. Am vergangenen Montag-Abend war es bereits  nicht mehr unter dem überdachten Stellplatz.

Inventar verschenkt!

Ohne mit dem Freundeskreis zu beraten oder ihn und die Öffentlichkeit zu konsultieren, geschweige denn umfassend zu informieren, hat die Stadt Königs Wusterhausen scheinbar mit dem derzeitigen Eigentümer vertraglich vereinbart, dass das denkmalgeschützte Inventar der Gedenkstätte an die Stadt KW geschenkt und von ihr eingelagert wird. Obwohl das Inventar nicht Gegenstand des Kaufvertrags zwischen Treuhand und dem derzeitigen Eigentümer war, er also nachweislich nicht Eigentümer des Inventars ist (vgl. auch die Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Berichtsanforderung der MdB Gesine Lötzsch [Die Linke]) und außerdem wir als Freundeskreis bekanntlich Eigentumsansprüche an das Inventar stellen, wurde dieser Akt der Abrissvorbereitung vollzogen! Wir wissen, dass der derzeitige Eigentümer legal abreissen darf, wenn (laut Auflagen des Landrats Dahme Spree) die denkmalgeschützten Teile der Gedenkstätte ausreichend dokumentiert und eingelagert werden. Es deutet darauf hin, dass ausgerechnet die Einlagerung nun von der Stadt Königs Wusterhausen übernommen wird, damit der Ministerialbeamte freie Hand für den Abriss hat. Der Heimatverein Niederlehme und seine Räumlichkeiten sollen hier für die Einlagerung herhalten.

Gedenkstätte ausgeräumt!

Uns wurde mitgeteilt, dass die Ernst-Thälmann-Gedenkstätte bereits ausgeräumt sei. Bis auf Stühle und Mobiliar des Freundeskreises scheinen alle Gegenstände der Ausstellung und alles, was der Freundeskreis geschenkt bekommen oder käuflich erworben hat, aus der Gedenkstätte entfernt zu sein!

Soweit die ersten Informationen, die wir hiermit an alle bekannt geben wollen. Die Ernst-Thälmann-Gedenkstätte befindet sich in größter Gefahr!

Um unserer Empörung und unserem Protest Ausdruck zu verleihen, rufen wir alle Freundinnen und Freunde, alle Sympathisanten, alle Antifaschisten und Demokraten, alle Sozialisten und Kommunisten auf, sich an der Protest-Kundgebung in Königs Wusterhausen zu beteiligen!

Protest-Kundgebung
Sonnabend, am 25. Juli 2009,
um 10 Uhr,
in Königs Wusterhausen auf der Bahnhofsstrasse vor dem Brunnen (in unmittelbarer Nähe zum S-Bahnhof Königs-Wusterhausen)

Lasst uns damit einen möglichst kraftvollen Protest-Auftakt schaffen! Bringt Transparente, Schilder und Trillerpfeifen mit!

Wir werden um die Ernst-Thälmann-Gedenkstätte kämpfen!
Unser Ziel: Kein Abriss! Keine Verlagerung!
Für den Erhalt und die Wiedereröffnung der Ernst-Thälmann-Gedenkstätte am authentischen Ort!!

Lasst uns gemeinsam kämpfen!

Quelle: Redglobe

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