Volksverhetzung und Beleidigung: Augsburger Jugendliche verklagen Bischof Mixa

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„Die Unmenschlichkeit des praktizierten Atheismus haben im vergangenen Jahrhundert die gottlosen Regime des Nationalsozialismus und des Kommunismus mit ihren Straflagern, ihrer Geheimpolizei und ihren Massenmorden in grausamer Weise bewiesen“, behauptete der Augsburger Bischof Dr. Walter Mixa, der auch Militärbischof der Deutschen Bundeswehr ist, bei seiner Osterpredigt am Sonntag in der Augsburger Marienkathedrale. Während in den meisten Medien lediglich Kopfschütteln über diese erneuten Ausfälle Mixas vorherrscht (Berliner Kurier: „Mit dieser Art von verquaster Logik beweist Mixa, dass PISA kein neues Phänomen ist“), fühlen sich Jugendliche aus Augsburg von »ihrem« Bischof direkt angegriffen und haben bei der Polizei Anzeige wegen Beleidigung und Volksverhetzung erstattet und eine Demonstration gegen den zudem noch homophoben Kleriker angekündigt.

Mitglieder der SDAJ, der Linksjugend-Solid und anderer Organisationen haben bereits seit längerem die Schnauze gestrichen voll von dem Kirchenmann. Sie erinnern an frühere Äußerungen, als Mixa inmitten der Empörung über die Holocaust-Leugnung des durch Papst Benedikt XVI. rehabilitierten Bischofs Richard Williamson erklärte: „Es hat diesen Holocaust sicher in diesem Umfang gegeben. Wir haben diese Zahl durch Abtreibungen aber bereits überschritten!“

Und in den Bio-Unterricht an nicht kirchlichen Schulen will er auch noch hineinre den. Es gäbe zum Beispiel keinen Absolutheitsanspruch der Evolutionstheorie und sich auf allein eine Erklärung zur Entstehung der uns bekannten Welt festzulegen sei etwas Totalitäres und aus der Sicht der Wissenschaft unvernünftig. Weshalb Walter Mixa nun auch dazu auffordert die christliche „Schöpfungslehre“ in den allgemeinen Biologieunterricht aufzunehmen.

Auch der Vorstandssprecher der Giordano Bruno Stiftung (gbs), Michael Schmidt-Salomon, wies die Angriffe Mixas zurück: „Während die Freidenkerverbände nach der nationalsozialistischen ‚Machtergreifung’ verboten wurden, schloss Nazideutschland mit dem Vatikan das verhängnisvolle ‚Reichskonkordat’ ab, von dem die Kirchen übrigens bis heute noch profitieren! Hitler seinerseits wurde von führenden Katholiken und Protestanten entschieden gefördert, zum einen weil es große ideologische Übereinstimmungen gab, zum anderen weil er ihnen als ‚letztes Bollwerk gegen den gottlosen Kommunismus’ erschien. Dies führte dazu, dass ausgerechnet die katholische Zentrumspartei Hitler die nötigen Stimmen zur Durchsetzung des sogenannten Ermächtigungsgesetzes verschaffte, das die Nazi-Tyrannei erst möglich machte.“ Das Nazi-Regime sei durch beide deutsche Großkirchen kontinuierlich unterstützt worden, Widerstä ndler wie der protestantische Theologe Dietrich Bonhoeffer seien leider die Ausnahme, nicht die Regel, gewesen. Wie weit die Kollaboration mit Nazi-Deutschland ging, demonstrierte der gbs-Sprecher am Beispiel des damaligen evangelisch-lutherischen Landesbischofs von Thüringen, Martin Sasse. Dieser gab wenige Tage nach dem Novemberpogrom 1938 die Schrift „Martin Luther über die Juden. Weg mit ihnen!“ heraus und schrieb darin triumphierend: „Am 10. November 1938, an Luthers Geburtstag, brennen in Deutschland die Synagogen … In dieser Stunde muss die Stimme des Mannes gehört werden, der als der Deutschen Prophet im 16. Jahrhundert einst als Freund der Juden begann, der getrieben von seinem Gewissen, getrieben von den Erfahrungen und der Wirklichkeit, der größte Antisemit seiner Zeit geworden ist, der Warner seines Volkes wider die Juden.“

Quellen: RedGlobe und SDAJ

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