Vorverurteilung auf Facebook

Belastungszeugen verwickeln sich im Prozeß gegen Besucher der Rosa-Luxemburg-Konferenz in Widersprüche

DKP queer nimmt seit Jahren an der internationalen Rosa Luxemburg Konferenz der Tageszeitung Junge Welt teil. Am 8. Januar 2011 soll es laut Vera Lengsfeld, einer hochrangigen Konterrevolutionärin der DDR und späteren CDU-Bundestagsabgeordneten am Rande dieser Konferenz zu einer Schlägerei gekommen sein.

Laut dieser Frau sollen: „ehemalige politische Häftlinge, die vor dem Konferenzort gegen die Verharmlosung der kommunistischen Verbrechen protestieren wollten, den Kampfgeist linksradikaler Aktivisten zu spüren(bekommen haben die Red). Sofort nach ihrem Eintreffen wurden sie gezielt und brutal von linken Schlägern angegriffen.“ so Lengsfeld.

Nach mehreren Prozessverschiebungen sind wir nun mitten im Prozess und Lengsfeld war sich sicher, einer der Beschuldigten habe einen ihrer Freunde geschubst, dieser war sich jedoch im Zeugenstand absolut sicher, daß er zwar geschlagen, aber nicht geschubst worden sei. Mit Lengsfelds Aussage konfrontiert, sagte er, das könne für sie so ausgesehen haben, weil er vor einem Angreifer zurückgewichen sei. Letzterer soll haßerfüllte, stechend blaue Augen gehabt haben. Der fragliche Angeklagte hat aber eher graue Augen und wirkte laut Lengsfeld bei der Gegenüberstellung im Polizeifahrzeug „so normal und fast unschuldig“, daß sie gar nicht habe fassen können, daß er so etwas getan habe. Trotzdem gab sie sich dessen sicher. Eine weitere Zeugin, die denselben Angeklagten zunächst belastet hatte, konnte ihm auf mehrfache Nachfrage der Staatsanwältin keinen Tatbeitrag mehr zuordnen, sondern ihn nur noch als Gesprächspartner in einer hitzigen Diskussion identifizieren. Darauf hatte der Beschuldigte schon bei Prozeßbeginn verwiesen.

Die Zeugin hatte allerdings trotz fehlender Erinnerung auf ihrer Facebook-Seite geschrieben, bei den von ihr namentlich genannten Angeklagten handle es sich um „linksextreme Schläger“. Die Verteidigung konfrontierte sie damit und fragte, ob sie bei ihrer Aussage bleiben wolle. Lengsfeld, die als Nebenklägerin Platz genommen hatte, fragte daraufhin suggestiv, ob dies vielleicht zustande gekommen sei, weil man in dem Gerangel schwer habe erkennen können, welches Bein zu wem gehöre. Es bleibt abzuwarten was der nächste und hoffentlich letzte Prozesstag bringt. Wir berichten weiter!

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