Wehe dem wo schwarz/braun-blau regiert

2000px-Austria_Bundesadler.svgEin 18-jähriger Afghane war nach Österreich geflohen und hat Asyl beantragt. In Afghanistan sei er wegen seiner Homosexualität verfolgt worden, begründete er seinen Antrag. In Afghanistan werden Homosexuelle zwar nicht mehr vom Staat wegen ihrer Homosexualität ermordet aber viele kommen im Gefängnis auf „unerklärliche Weise“ ums Leben. Denn bis zu 15 Jahre kann es bringen wenn jemand der Homosexualität „überführt“ wird. Natürlich ist Homosexualität auch gesellschaftlich nicht akzeptiert und homosexuellle Mitglieder einer Familie werden oft aus dieser verstoßen.

Der Antrag des jungen Mannes wurde allerdings abgelehnt – und zwar mit den unmöglichsten und fadenscheinigsten Begründungen die man sich nur vorstellen kann. Die Wiener Wochenzeitung „Falter“ berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe darüber. So hat der zuständige Beamte im sogenannten Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl, Regionalstelle Wiener Neustadt die Homosexualität des Mannes in Frage gestellt. „Weder Ihr Gang, Ihr Gehabe oder Ihre Bekleidung haben auch nur annähernd darauf hingedeutet, dass Sie homosexuell sein könnten“, zitiert „Falter“ aus dem vorliegenden Papier. Dem Mann, der bislang in einem SOS-Kinderdorf unterkam, werde daher kein Asyl zugestanden.

In dem Bescheid heißt es auch: „Es wird berichtet, dass Sie öfter Auseinandersetzungen mit anderen Zimmergenossen hatten. Ein Aggressionspotential ist bei Ihnen also vorhanden, das bei einem Homosexuellen nicht zu erwarten wäre.“ Weiter fabuliert der Vollhorst, pardon Beamte unter Berufung auf Unterlagen: „Freunde hätten Sie nicht sehr viele, steht in dem Bericht ebenso. Sind Homosexuelle nicht eher gesellig?“ Der Mann hat angegeben, dass er gerne allein oder in kleinen Gruppen unterwegs sei. „Auch das passt nicht zu einem angeblich Homosexuellen“.

Dieser Beamte, wie er zu diesem Titel gekommen ist, etzieht sich mir aller Vorstellungen (geerbt? Gewonnen beim ORF Bingo?) setzt in seiner Entscheidung entweder auf Vorurteile und Klischees, aber nur wenn man es freundlich sieht oder aber er ist eine der Flachpfeifen die immer blau/braun wählen und macht es aus diesem rassistischen Grund.

Er widerspricht auch der Angabe des Mannes, er habe auch nicht homosexuelle Jungen geküsst. „Hätten Sie das tatsächlich bei einem nicht homosexuellen Jungen gemacht, dann hätten Sie furchtbare Prügel bezogen.“ Kein Mann lasse sich von einem anderen Mann küssen, wenn er nicht homosexuell sei. „Das ist völlig undenkbar.“

Auch die Aussage des Geflüchteten, er habe sich schon früh zu Männern hingezogen gefühlt, stellt er in Frage. „Ihre behaupteten homosexuellen Gefühle im Alter von bereits zwölf Jahren können nicht nachvollzogen werden, da das der Behörde recht früh erscheint. In einer wenig sexuellen Gesellschaft wie der afghanischen, in der es in der Öffentlichkeit keine sexuellen Reize durch Mode und Werbung gibt, ist es nicht sehr wahrscheinlich, bereits so früh ’sexualisiert‘ zu werden.“ Der Wisch, der dem Geflüchteten den Tod bringen kann, endet dem „Falter“ zufolge mit dem Satz: „Sie sind nicht homosexuell und haben daher bei Ihrer Rückkehr nach Afghanistan nichts zu befürchten.“

Der Geflüchtete hat gegen den Bescheid Einspruch eingelegt.

 

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  1. […] vor wenigen Tagen mussten wir berichten, dass ein afghanischer Asylwerber wie es in der Alpenrepublik (noch ist es ja eine) heißt eine […]

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