Zur aktuellen Sexarbeitdebatte in der DKP

200px-UZ-Logo.svgVermietung ist die effektivste Zuhälterei
UZ – Unsere Zeit – 21. August 2015

UZ: Aktuell kommt es verstärkt zu Auseinandersetzungen über den Umgang mit Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern in Deutschland. Auch durch die politische Linke gehen in dieser Frage tiefe Risse. Wie ist Ihre Position?

Frank Laubenburg: Ich freue mich über alle Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter, die sich organisieren und für ihre Rechte kämpfen, also für eine weitere Entkriminalisierung und für eine bessere soziale Absicherung von Menschen, die der Prostitution nachgehen. Die politische Linke muss diese Prozesse unterstützen und mit den Betroffenen gemeinsam kämpfen. Sperrgebiete – in Dortmund zum Beispiel ist mittlerweile die ganze Stadt ein Sperrgebiet – treiben Prostituierte in die Illegalität mit negativen Folgen wie dem Vorenthalten des Honorars, Vergewaltigungen und körperlicher Gewalt. Gerade kommunale MandatsträgerInnen sollten sich daher für eine Abschaffung der Sperrgebiete einsetzen. Derzeit wird in Teilen der Linken leider sogar das Gegenteil propagiert. Die Organisationen Betroffener werden als „Prostitutions- und Zuhälterlobby“ diffamiert, vereinzelt wird mit kruden Argumentationen sogar ein „Sexkaufverbot“ gefordert. In Schweden gibt es das sogar bereits. Die Prostituierten dort zahlen nun horrende „Mieten“ für die Wohnungen, in denen sie arbeiten. Vermietung ist die effektivste Zuhälterei. Aus dem Straßenbild ist Prostitution in Schweden hingegen weitgehend verschwunden, was als „Erfolg“ ausgegeben wird. Politisch ist das so, als würde man ein „Bettelverbot“ zur Armutsbekämpfung fordern und im Anschluss resümieren, dass die Armut weg sei, weil es ja kaum noch Bettler auf der Straße gäbe.

UZ: Warum werden die Debatten derart aggressiv geführt?

Frank Laubenburg: Weil über Sexarbeit nicht politisch, sondern moralisch diskutiert wird. Frauen, die sich für Geld prostituieren, gelten als Verräterinnen, die patriarchale Strukturen stützen. Ihnen wird jedes Recht auf Selbstbestimmung abgesprochen. Dass Sexualität in der kapitalistischen Gesellschaft verdinglicht ist, wird nicht unter der Frage, wie diese gesellschaftlichen Verhältnisse umzuwerfen sind, diskutiert, sondern denjenigen zum Vorwurf gemacht, die der Sexarbeit nachgehen oder sie nachfragen. Und Prostitution ist natürlich auch Projektionsfläche: Wie oft, wann, warum hat man selbst Sex eingesetzt, um damit etwas zu erreichen? Dass wir alle uns nicht frei machen können von der Verdinglichung auch unserer eigenen Sexualität, kann ja aber kein Argument gegen Sexarbeit sein.

UZ: Woher nehmen Personenkreise, die sich selbst zur politischen Linken rechnen, eigentlich das Recht, oftmals derart selbstgefällig und vor allem über die Köpfe der Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter hinweg über deren Tätigkeit zu urteilen?

Frank Laubenburg: Sie halten sich eben für moralisch überlegen. Das zeigt sich daran, dass gerade die Organisationen von Frauen, die der Sexarbeit nachgehen, angefeindet werden. Dabei gäbe es ja Forderungen, bei denen man an einem Strang ziehen könnte: Wenn wir endlich eine weitreichende medizinisch kontrollierte Abgabe sogenannter harter Drogen hätten, wäre die Beschaffungsprostitution in diesem Bereich erledigt. Dort herrschen wirklich schlimme Arbeitsbedingungen. Das wird von den Prostitutiertenbekämpferinnen aber gar nicht thematisiert. Ihnen geht es um die Ächtung der Sexarbeiterinnen und -arbeiter. Diese Ächtung hat schon Friedrich Engels analysiert und bekämpft. Prostituierte, so Engels, würden „geächtet und ausgestoßen, um so nochmals die unbedingte Herrschaft der Männer über das weibliche Geschlecht als gesellschaftliches Grundgesetz zu proklamieren“.

UZ: Man könnte es sich auch einfach machen: Auch in der DDR oder auf Kuba gab und gibt es Prostitution. Somit findet die Vermarktung des eigenen Körpers doch wohl auch im Sozialismus statt, oder?

Frank Laubenburg: Bis Ende der 1960er Jahre war Prostitution in der DDR legal und nur in der Nähe von Kirchen und Einrichtungen für Kinder untersagt, danach wurde sie verboten, weil sie dem sozialistischen Frauenbild nicht entspräche, aber real wurde sie geduldet und im Bereich der Nachrichtengewinnung auch bewusst eingesetzt. Sowohl in der DDR als „Über Sexarbeit wird nicht politisch, sondern moralisch diskutiert“ auch auf Kuba spielten bzw. spielen Devisenfragen im Zusammenhang mit Prostitution eine wichtige Rolle. Wie es sich mit der Prostitution im Sozialismus grundsätzlich verhalten wird, wird von mehreren Fragen abhängen. Die Überwindung der bestehenden Ehe- und Familienverhältnisse, die Emanzipation der Frau und die Aufhebung entfremdeter Arbeit verändern ja auch das Sexuelle vollkommen. Die Freie Liebe ist doch eine wichtige Triebfeder für den Kampf um den Sozialismus, oder? Ich gehe davon aus, dass sich damit auch der Charakter von Sexarbeit ändern wird, aber ich glaube nicht, dass es sie nicht mehr geben wird. Ein anderer Grund für die Ächtung von Sexarbeit auch in linken Kreisen war ja lange Zeit das Festhalten an einem klassischen Arbeitsbegriff, der sehr eng mit der Warenproduktion verbunden war. Da konnte Prostitution keine Arbeit sein. Der Arbeitsbegriff hat sich in den letzten Jahren schon stark verändert, zuletzt durch die Debatten um die Aufwertung von Pflege- und Erziehungsberufen.

UZ: Vor allem selbst ernannte Feministinnen wie die Emma-Herausgeberin Alice Schwarzer gehören zu den entschiedensten Gegnerinnen von Prostitution. So wird behauptet, niemand böte seinen Körper freiwillig an. Aber kauft man tatsächlich einen Körper, oder nicht doch eher eine Dienstleistung?

Frank Laubenburg: Jeder Mensch, der schon einmal Sex hatte, dürfte danach gemerkt haben, dass er noch einen Körper hat. Den kann man nicht verschenken und auch nicht verkaufen. Das ist ein Ammenmärchen. Die Formulierung vom „Frauenkauf“ dient der Diskreditierung von Prostituierten. Da die sich, so die menschenverachtende Logik, ohnehin ja schon verkauft hätten, müsse man sie auch nicht mehr ernst nehmen, nicht mehr schützen, nicht für ihre Rechte kämpfen.

UZ: Die Bundesregierung will Prostituierte künftig deutlich schlechter stellen. Was plant die Große Koalition?

Frank Laubenburg: Im Rahmen eines „Schutzgesetzes“ soll eine Registrierung von Prostituierten eingeführt werden, dazu Pflichtberatungen in Gesundheitsämtern. Das alles sehr repressiv. Zuletzt gab es Registrierungen zwischen 1939 und 1945. Konkret müsste sich eine in Düsseldorf registrierte Prostituierte, die einen Kunden in Neuss besuchen will, vor dem Termin auch in Neuss registrieren lassen, danach vielleicht in Duisburg usw. Auch die Rolle der Gesundheitsämter wird verändert: bisher wurden freiwillige Angebote für Prostituierte gut wahrgenommen. Nun wird es aber statt freiwilliger Angebote Pflichttermine geben, die Gesundheitsämter werden damit wieder – wie vor 2002 – zu Kontrollbehörden umfunktioniert. Wer vertraut sich denn der Behörde an, die ihn kontrolliert? Es fallen also Hilfsangebote weg. Zudem soll eine Kondompflicht für Prostituierte eingeführt werden. Die kann natürlich letztlich nicht kontrolliert werden, macht Prostituierte aber erpressbar. Hinzu kommen strengere Vorschriften für Prostitutionsstätten. Perfide daran: nicht nur Bordelle, sondern auch Wohnungen, in denen Männer und Frauen selbstständig arbeiten, bekommen Auflagen, die sie – anders als Bordelle – gar nicht erfüllen können. Absehbar ist, dass viele sich einfach nicht als Prostituierte anmelden werden und dann kriminalisiert werden können.

Die Deutsche AIDS-Hilfe e. V. und andere Gesundheitsorganisationen haben sich sehr entschieden gegen die geplante Kondompflicht gewandt und seit einiger Zeit gibt es neben vielen örtlichen Selbstorganisationen auch den Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen e. V. Notwendig ist, diese Organisationen in ihrem Kampf zu unterstützen, vor allem durch Aufklärung und durch die klare Botschaft, an der Seite der Prostituierten zu stehen.

Frank Laubenburg (48) gehörte in den 1980er Jahren der DeLSI (Demokratische Lesben- und Schwuleninitiative) an, ist seitdem in der Schwulenbewegung aktiv und derzeit Sprecher der LAG Queer bei der nordrhein-westfälischen Linkspartei. Von 1999 bis 2014 gehörte er dem Düsseldorfer Stadtrat und dem dortigen Gesundheits- und Sozialausschuss an.

Die Fragen stellte Markus Bernhardt

 

200px-UZ-Logo.svgVerbot der Prostitution zwingend erforderlich –

Zur Diskussion über „Sexarbeit“ 

UZ – Unsere Zeit – 28. August 2015

Zu dem Interview mit Frank Laubenburg in der letzten UZ „Vermietung ist die effektivste Zuhälterei“ erreichte uns folgende Stellungnahme:

Der zentrale Frauenarbeitskreis der DKP hat sich lange und ausführlich mit dem Thema Prostitution beschäftigt und ist zu dem Schluss gekommen, das ein Verbot der Prostitution zwingend erforderlich ist. Wichtig ist uns dabei, nicht die Prostituierten zu kriminalisieren, sondern Freier und Zuhälter. Ein Antrag dazu wird beim Parteitag vorliegen.

Umso erschrockener waren wir über das Interview, das der von uns ansonsten sehr geschätzte Genosse Markus Bernhardt mit dem Kollegen Laubenburg von der Linkspartei führte. Frauen, die sich für ein Verbot der Prostitution aussprechen, wird unterstellt, sie täten dies aus moralischen Gründen. Wenn mit Moral gemeint ist, dass es unmoralisch und unmenschlich ist, dass in diesem kapitalistischen System Frauen aus sozialer Not gezwungen sind, sich zu prostituieren, dass es unmoralisch ist, dass Frauen wie eine Portion Pommes gekauft werden können, um männliche Gelüste zu befriedigen, dann ja, dann tun wir dies aus moralischen Gründen.

„Dann tut‘s doch wohl auch die Gummipuppe“.

Mann kaufe bei einer Prostituierten keinen Körper, sondern eine Dienstleistung erdreisten sich die Herren Lauenburg und Bernhard zu verlautbaren, und „jeder Mensch, der schon einmal Sex hatte, dürfte danach gemerkt haben, dass er noch einen Körper hat.“ Ich wage allerdings zu bezweifeln, dass eine Prostituierte nach ihrer Schicht in einem Flatrate-Bordell meint, noch einen Körper zu haben, der ihr gehört. Und wie abgebrüht muss man sein, um zu behaupten man kaufe keinen Körper. Was dann bitte? Dann tut‘s doch wohl auch die Gummipuppe.

Prostituierte üben keinen normalen Beruf aus, auch wenn der beschönigend verwendete Begriff „Sexarbeiterin“ wie Sozialarbeiterin oder Metallarbeiterin uns dies weismachen soll. Es kann nur in einem kapitalistischen System „normal“ sein, die „Dienstleistung“ einer Frau zu kaufen, die darin besteht, über ihren Körper und ihre Geschlechtsorgane zu verfügen.

Zu guter Letzt wird vom Kollegen Laubenburg noch Friedrich Engels ins Feld geführt, der festgestellt hat, dass Prostituierte geächtet und ausgestoßen werden „um so nochmals die unbedingte Herrschaft der Männer über das weibliche Geschlecht als gesellschaftliches Grundgesetz zu proklamieren.“ Was will Laubenburg uns denn damit sagen? Eine Ächtung der Prostitution würde die Herrschaft des Mannes über die Frau manifestieren?

Prostitution ist nach dem Handel mit Waffen und Drogen das Gewerbe mit der höchsten Profitrate. Es dürften aber kaum die Frauen sein, die den Profit einstreichen, sondern die Zuhälter und Menschenhändler, kurz, die Männer, die die Herrschaft über die geschätzten 500 000 ausgebeuteten und missbrauchten Frauen in Deutschland haben.

Um auf die Klassiker zurückzukommen: Sowohl Marx als auch Engels und Lenin haben die Prostitution als eng verknüpft mit der Klassenfrage betrachtet. Erst im Sozialismus würde die Prostitution (wie die Benachteiligung der Frau generell) endgültig verschwinden. „Die Prostitution verschwindet, die Monogamie, statt unterzugehen, wird endlich eine Wirklichkeit – auch für die Männer.“ (Engels, Ursprung der Familie). Frauen wie Clara Zetkin oder Alexandra Kollontai sprachen sich deutlich gegen die Prostitution aus, aber selbstverständlich „nicht als Vergehen gegen die Sittlichkeit“ (Kollontai). „Sie (die Prostituierten) sind bedauernswerte doppelte Opfer der bürgerlichen Gesellschaft. Erst ihrer verfluchten Eigentumsordnung und dann noch ihrer verfluchten moralischen Heuchelei …“ (Zetkin)

 


titelbildIst Sexarbeit Arbeit?

Bildungsteil des XXV Bundestreffen von DKP queer

Augsburg 19./20. Oktober 2013

Die DKP ist die Partei der Arbeiterklasse, DKP queer ist die Kommission des Parteivorstandes der DKP die sich mit Orientierung, Geschlechtern und Praktiken menschlicher Sexualität beschäftigt. Also ist es wichtig uns darüber klar zu werden ob Sexarbeit tatsächlich Arbeit ist. Wenn ja, ob es verschiedene Formen und Abstufungen dabei gibt und wie wir damit umzugehen haben.

Zum Bereich Sexarbeit zählen neben der Sexualbegleitung, die geschlechterübergreifende allgemeine Prostitution und die Pornoindustrie.

Gerade im Bereich der Prostitution und der Pornoindustrie muss in jedem Fall unterschieden werden, ob der/die Sexarbeiter_in diese Tätigkeit freiwillig ausübt oder dazu gezwungen wird. Dieser Zwang kann unterschiedlicher Natur sein. Auch muss unterschieden werden, ob der/die Sexarbeiter_in dieser Tätigkeit in Vollzeit oder in Teilzeit (als Nebenerwerb) nachgeht. Eine Sache nehme ich an wird von uns allen geteilt, wer unter Zwang dieser Tätigkeit nachgeht, dieser Person muss geholfen, dem Zwangausübenden muss mit allen Mitteln Einhalt geboten werden.

Dass es sich aber auch um reguläre Arbeit handelt kann man daran erkennen, dass es bei Ver.di einen Fachbereich dazu gibt. Die Gewerkschaft Ver.di versucht, mit einem Arbeitskreis Prostitution (Fachbereich 13 Besondere Dienstleistungen), die Interessen von Prostituierten zu vertreten. Dabei konzentriert sich die Gewerkschaft auf die arbeitsrechtliche Absicherung von Prostituierten, unter anderem mit einem Muster-Arbeitsvertrag.

Kommen wir zum Thema Sexualbegleitung:

Es ist gut, das Sexualität und Behinderung keine Tabuthemen in den Medien mehr sind, zumindest Heteronormative, männliche. „Allerbeste Freunde“, „the Sessions“ und „Hasta la Vista“ sind Kinofilme, die dass Thema „Sexualität und Behinderung“ mit käuflichem Sex in Verbindung bringen, der sog. „Sexualbegleitung“.

Sexualbegleiter_innen sind Menschen die erotische Erlebnisse speziell für behinderte Menschen anbieten. Manche bieten Geschlechtsverkehr andere Berührungen an.

Jetzt stellen sich mehrere Fragen:

1. Warum werden Sexualbegleiter_innen idR positiv dargestellt und Prostituierte nach wie vor stigmatisiert?

2. Wirkt diese anders Behandlung von behinderten Freiern zu deren Gunsten, und trägt sie dazu bei das es behinderte Menschen in Zukunft leichter haben eine „normale“, nicht gekaufte Sexualität leben zu können?

3. Wird mit dieser Extrabehandlung eine therapeutische Sicht auf Sex und Behinderung gefördert, anstatt sie als normales menschliches Bedürfnis anzuerkennen? Behinderte Menschen sollten sich frei dazu entscheiden können, ob sie eine sexuelle Diestleistung in Anspruch nehmen wollen oder eine nichtkäufliche Beziehung führen wollen. Dabei helfen Sondereinrichtungen nicht, sondern nur mehr Akzeptanz. Dazu zählen auch Barriere Freie Bordelle, die Entkriminalisierung von Sexarbeiter_innen, frei gewählter Sex von Behinderten und Nichtbehinderten gerade auch in Heimen!

Zu diesem Thema ist die Reportage http://www.mdr.de/mediathek/video139858_zcf3a64d0e_zs-17950b3d.html zu empfehlen, und um mehrere Klischees über Sexarbeit diskutieren zu können der Film „Hasta la Vista“. Menschen mit Behinderung sind oft in ihrer Autonomie eingeschränkt sei es körperlich oder geistig die Barrieren sind aber meist gesellschaftlicher Natur. Auf Grund ihrer sozialen Lage sind behinderte Menschen häufiger auf die Nutzung von Sexarbeit angewiesen, um ihre natürlichen Bedürfnisse zu befriedigen. Für behinderte Menschen gibt es zwei Zugänge zu Sexarbeit, die normale Sexarbeit und die sog. Sexualbegleitung das sind Sexarbeiter_innen die ihre Dienste außschließlich für Behinderte anbieten. Diese Sexarbeiter_innen haben oft eine medizinische Sonderausbildung. Diese bieten sexuelle Erlebisse von Berührung bis zum Geschlechtsverkehr.

Jetzt stellt sich mir die Frage ist Sexualbegleitung positiv oder nicht? Meine Antwort vorne weg Nein. Denn ich sage Sonderinstitutionen für behinderte Menschen sind in Zeiten von Inklusion nicht mehr zeitgemäß und die Unterstellung die bei der ganzen Sache mitschwingt ist, für Behinderte benötigt man Fachpersonal und normale Sexarbeiter_innen könnten das nicht leisten.

Aber der Ausschlag gebende Punkt ist ich denke mit dieser Sonderbehandlung von behinderten Menschen auf dem Gebiet der Sexarbeit trägt man zur weiteren Isolierung behinderter Menschen in der Gesellschaft bei und stellt deren sexuelle Bedürfnisse unter den Generalverdacht des Therapeutischen. Auch findet eine Ungleichbehandlung der Sexarbeiter_innen statt. Normale Sexarbeiter_innen werden weiterhin ausgegrenzt und schief angesehen und diejenigen die sich den leidenden Behinderten annehmen werden heilig geasprochen.

Sexarbeit entkrimminalisieren Sonderinstitutionen Für Behinderte überwinden.
Geschlechterübergreifende allgemeine Prostitution:

Interview:

Hallo, du bist Callboy gewesen. Manche werden sich fragen was Sex mit Arbeit zu tun hat. Klärst du uns darüber auf?

nun ja. sex hat in der form mit arbeit zutun weil man im grunde genommen eine dienstleistung dar bietet und es eben ein klientel gibt die sich den luxus leisten bzw eben solche die ihre vorlieben nicht „offiziell“ ausleben dürfen/können/sich trauen. und dann gibt es eben auch den gegenpart. die die sich geld verdienen wollen und – ich gehe direkt in frage zwei über – eben nur den einen weg sehen da sie keinen anderen beruf gelernt bzw ausüben können/wollen. natürlich gibt es auch die die einfach schnell, „unkompliziert“, in gewisser art legal oder einfach des sex willens geld verdienen wollen.

Du hast ja einen Beruf gelernt, ist das in der Branche üblich oder eher selten?

es ist eher unüblich, dennoch gibt es ausnahmen. wie zb studenten/azubis die ihr studieleben/lehrjahre finanzieren wollen oder sich einfach einen besseren lebensstandard halten/aufbauen möchten.

Du bist jetzt 27, wie lange bist du diesem Nebenerwerb nachgegangen?

das erste mal bin ich mit 19 durch zufall und genau nach dem paradebeispiel an einen zuhälter geraten. ich bin mir nicht mehr sicher wie lange, aber wenn ich es zusammen rechne sind es so an die 3-4 jahre gewesen.

Du schaust nicht unbedingt aus wie 27. War das von Vorteil in dem Job?

ja es ist auf jedenfall ein vorteil. nicht immer aber im grunde ist es ein großer vorteil. die freier sind ja meist schon etwas älter und wollen jugendlichkeit im bett haben. und nicht „jemand verbrauchtes“. da ich endlich den einen partner gefunden habe und meine beruflichen aussichten derzeit gut sind hoffe ich das ich es nie wieder machen muss.

War es „nur“ das Geld weshalb du es gemacht hast oder steckt auch ein bisschen Spass dahinter?

anfangs war es eine mischung aus spaß und geld. aber mit der zeit wurde es einfach nur geld verdienen und hatte auch nicht mehr wirklich was mit spaß zutun.

Das es ein sicherer Job ist, kann man ja nun nicht unbedingt behaupten. Und da spreche ich nicht von Krankheiten. Hast du schonmal Gewalt erlebt oder bei anderen mitbekommen?

also von den freiern hatte ich zum glück keine gewalt erfahren. wobei ich auch schon „das vergnügen“ mit – sagen wir – dominanten freiern hatte. jedoch waren sie nicht körperlich dominant sondern auf der psychoschiene. kein geschrei oder beleidigungen sondern einfach beeinflussend. man war eben jung und hatte davon nicht so die ahnung. und natürlich wurde ich von meinem damaligen zuhälter eingeschüchtert und abhängig gemacht.

Hast du Freunde/Bekannte in der Branche?

freunde in der branche habe ich keine. bekannte auch nicht, man kennt halt zwei drei gesichter. aber das wird dann nicht zur schau getragen, sprich diskret gehalten. ich hatte damals halt noch „kollegen“. wobei ich dann nach gewisser zeit mich von dem zuhälter losreissen konnte und dann „alleine“ und auch mit hilfe eines freundes weiter gemacht habe.

Zum Thema Schutz am Arbeitsplatz, was kann man tun um sicher zu gehn an keinen Durchgeknallten zu geraten?

wenn man einen zuhälter hat, kann das mal schnell ein „spinner“ sein. kann also passieren, was mir auch passiert ist. schließlich kann man es sich nicht aussuchen sondern wird einfach dort hingeschickt. deswegen rate ich eigentlich, sofern es wirklich die letzte möglichkeit ist alles alleine zu managen, dann kann man wenigstens schon beim chatten etwas über den kunden rausfinden und somit schon etwas aussortieren. das war zum schluss auch die aufgabe eines guten freundes von mir.ich möchte auch den psyschichen druck noch ansprechen. schließlich geht davon und dabei auch etwas von der eigenen gefühlswelt kaputt. und das kann zerstörend sein.

Pornoindustrie:

In diesem Bereich finden sich neben Sexarbeiter_innen auch nicht Sexarbeiter_innen. Kameraleute, Tontechniker_innen, Beleuchter_innen, Menschen die im Bereich Maske/Makeup, Schnitt, Cattering, Ausstattung tätig sind.

Bei den Sexarbeiter_innen in der Pornoindustrie verhält es sich jedoch ähnlich wie im Bereich der Prostitution.

Fazit

Wir können zum Schluss sagen: Ja, Sexarbeit ist Arbeit! Nur zuoft ist sie eher mit Zwangsarbeit vergleichbar oder noch schlimmer!

Wer dieser Arbeit aber nicht unter Zwang nachgeht darf wegen seines Berufes weder verfolgt, diskriminiert, diffamiert oder ausgegrenzt werden.

Wir sollten uns auch auf dieser Ebene weiter fortbilden.

Veröffentlicht unter Queer Getagged mit: , ,
9 comments on “Zur aktuellen Sexarbeitdebatte in der DKP
  1. stefan edel sagt:

    Ich bin dagegen Prostitution zu verbieten, und alle Freier (die dann im Gefängnis landen können) als Schweine zu betrachten. Da findet sich überwiegend Arbeiterklasse &Subproletariat ein; z.B. Gelegenheitsarbeiter auf Baustellen die hier ein paar Monate für Hungerlohn 6 Tage die Woche 12 St. tägl. schuften und nicht die Zeit haben hier eine Freundin zu finden und einmal in der Woche oder im Monat auch mal einen Moment lang Mensch sein wollen…
    Ansonsten aber stehe ich den Argumenten der Frauengruppe näher als den der beiden Genossen: „Sexarbeit“ ist keine Arbeit wie andere auch; hier sind ja auch Emotionen im Spiel,und wer jeden Tag möglichst viele ungeliebte Fremde über sich ergehen lassen muß, ist möglicherw. psychisch sehr mitgenommen und kann selbst vielleicht kein normales Liebesleben entwickeln. Auch gehören Zuhälter zur übelsten Sorte Menschen. Aber es gibt auch Frauen die ohne Zuhälter arbeiten und solche die mir im Gespräch versicherten es nicht aus reiner Not zu tun sondern auch aus Spaß. (Nein, ich bin kein Freier, da schwul. Es blieb wirklich bei Gesprächen.)

    Im übrigen gibt es auch männliche „Sexarbeiter“; sowohl für Frauen als auch Heerscharen von Strichern für Schwule.Das läßt sich noch weniger rational bearbeiten, da die meisten Stricher glauben nicht schwul zu sein (insbesondere die zahlreichen aus islamischen Ländern, wo ein Mann der Männer bumst sowieso nicht als schwul gilt) und hier die Stricherei oft dem Selbstbetrug dient: „Ich bin ja nicht schwul, ich habe es ja nur für Geld getan“. (Da waren schon sehr gutsituierte dabei.) Hier geht die Gefahr oft nicht vom Freier gegen den Stricher aus, sondern umgekehrt. Nicht wenige Freier, die von Strichern geschlagen, beklaut, manchmal sogar getötet werden (siehe Fälle wie Mooshammer, Versace), weil diese nach dem Akt ihren Selbsthaß auf den projezieren, der offen schwul ist und die sich nicht im Spiegel sehen wollen.Hier würde ich vorschlagen,daß gegen jeden Stricher vorgegangen werden soll, der sich nicht beim Gesundheitsamt als solchen registrieren läßt.

  2. Lieber Stefan,

    ein Hinweis: Zuhälterei ist in der Bundesrepublik natürlich längst strafbar, siehe §181a StGB. Hier erweckt Barbara Kuprat, warum auch immer, einen falschen Eindruck.

    In Deinem Kommentar schreibst Du auch, Sexarbeit sei keine Arbeit wie andere, weil hier Emotionenen eine Rolle spielten und spekulierst dann herum („möglicherweise“, „vielleicht“). Politische Positionen lassen sich aber doch nicht entlang von Spekulationen entwickeln. Eine Krankenschwester, die in der Palliativmdizin (also mit Sterbenden) arbeitet, ist ebenfalls in einem Bereich tätig, in dem Emotionen eine Rolle spielen, sie ist sicherlich auch psychisch belastet. Ich habe aber noch nicht gelesen, dass man die Berufsausübung für Notfallärzte, Rettungssanitäter und Krankenpflegebrufe vrbieten will, weil es eine hohe emotionale und damit psychische Belastung git. Vielmehr geht es darum, die Arbeitsbedingungen der in diesen Bereichen zu verbessern. Warum soll das im Bereich Prostitution auf einmal falsch sein?

    • stefan edel sagt:

      hi frank,
      ich denke dein vergleich hinkt, denn notfallärzte und rettungssanitäter müssen keine freudlose dauerpenetration des eigenen körpers über sich ergehen lassen,was ziemlich traumatisierend sein kann, also schon eine spezielle form psychischer Belastung ist.
      wobei ich mich mit dem Argument doch gar nicht der verbesserung von deren „arbeitsbedingungen“ entgegenstellen wollte sondern eher im Hinterkopf hatte, daß es immer um den umsturz von Verhältnissen geht, die viele in die Prostitution zwingt. aber wenn es mal eine Gesellschaft gibt die gutbezahlte Jobs für alle bietet und trotzdem manche sich noch prostituieren wollen- bitte sehr. aber dann nicht nur sichere Bedingungen für die prostituierten schaffen, sondern auch für die freier, was dann eher für mann-männliche Prostitution gilt (nein,ich gehe da auch nicht hin),weswegen ich ja forderte daß auch da nur beim Gesundheitsamt registrierte stricher zugelassen werden sollen. wobei allerdings auch heute eigentl. als illegale Prostitution gilt, wenn einem mann nach einem zusammensein nach einem mann plötzl. einfällt, daß er da was für haben will (das sagt nicht jeder stricher vorher!).das könnte heute schon angezeigt werden, traut sich aber kaum ein schwuler, der da in eine falle tappte.

      für mich käme ein stricher nie in frage, weil der ja nicht auf mich steht, sondern nur auf das Geld, und so jemand meine liebes- &zärtlichkeitsbedürfnisse gar nicht erfüllen könnte. weswegen ich, auch wenn ich das Geld hätte, mir keinen menschen kaufen würde.
      und darum geht’s doch: wie kaputt ist eine gesellschaft, wo auch die Beziehungen zur ware geworden sind, wo die arbeitshetze manchen keine zeit läßt zum aufbau von Beziehungen usw. darum geht es doch- immer ums ganze. und nicht nur um technisiert geregelte fickhäuser wo die Emotionen außen vor bleiben. nenne mich altmodisch oder gleich einen reaktionär wenn du willst, aber ich bin da fürs romantische. liebe ist nämlich nichts bürgerliches, wie manche meinen, sondern das einzige das wahr &unvergänglich ist und der Existenz sinn verleiht (klingt euch zu pastoral, ich weiß) und sich kaum noch entwickeln kann in einer Gesellschaft wo menschen sich nur noch als Konkurrenten erleben können. das gilt ja schon für Freundschaft oder einfach solidarisches verhalten. alles im keim erstickt vom real existierenden kapital-terror-ismus.

  3. stefan edel sagt:

    @Daniel:

    das sagst du zu jemand, der seit Jahrzehnten verdammt viel gegen Rassismus getan hast. geht’s noch? ich glaube du hast eine ziemlich oberflächliche Vorstellung davon was Rassismus ist. vorsichtshalber hast du deine Meinung erst gar nicht begründet.

  4. Martina Multhaupt sagt:

    Die Registrierungspflicht für Prostituierte wurde in NRW erst zu Beginn der 90er Jahre beendet.
    Bis dahin mussten sich Menschen, die der gewerblichen Prostitution nachgehen wollten, erkennungsdienstlich erfassen lassen, bevor sie ihre Tätigkeit aufnehmen konnten. Daran gekoppelt war die Pflichtuntersuchung beim Gesundheitsamt.
    Untersuchungen auf Geschlechtskrankheiten wurden im Ruhrgebiet zwischen zweimal wöchentlich bis alle 14 Tage vorgenommen. Die Syphilis-Untersuchung fand alle drei Monate statt (Blutentnahme).
    In einigen Städten wurde einmal jährlich eine Röntgenaufnahme der Atemwege vorgenommen, um eine ansteckende Lungenerkrankung auszuschließen.
    Wer seinen Arbeitsplatz wechseln wollte und in einer anderen Stadt bzw. in einem anderem Bundesland arbeiten wollte, brauchte eine schriftliche Bestätigung des bisherigen Gesundheitsamtes oder niedergelassenen Hausarztes, dar er/sie gesund war: Der sogenannte “
    Bockschein“.
    Dies diente nicht nur der Gesundheit der SexarbeiterInnen, sondern der Kontrolle über ihren Aufenthalt.

    • Hallo Martina,
      mir ist nicht ganz klar, worauf Du Dich genau beziehst. Eine Registrierungspflicht, wie sie nun eingeführt werden soll, hat es in der Bundesrepublik nicht gegeben (auch nicht in NRW). Bis 2001 gab es zwar das Geschlechtskrankheitengesetz, untersuchen lassen mussten sich Menschen mit HWG (häufig wechselnder Geschlechtsverkehr). Daruner fielen naürlich auch Prostituiere, sie wurden aber keineswegs als solche registriert. Meldepflicht und Untersuchungspflicht sind schon unterschiedliche Dinge. Zudem wurden „Bockscheine“ auch auf die Künstler-/Arbeitsnamen ausgestellt, reale Daten wurden nicht erhoben. So zu tun, als würden nun „lediglich“ die Regelungen von vor 2001 wieder eingeführt, ist also falsch.

  5. Mareen Heying, Historikerin, arbeitet u. a. zur Geschichte der Prostitution und zu politischen Kämpfen von Sexarbeiterinnen sagt:

    Den Leserinnenbrief von Barbara Kuprat für den DKP Frauenarbeitskreis Essen möchte ich mit einer 2001 gestellten Frage der wunderbar reflektierten Feministin Monika Gerstendörfer kommentieren: „Warum laufen selbst solche Feministinnen, denen die Frauenbewegung viel zu verdanken hat und die ansonsten differenziert denken und schreiben, immer noch doppelblind herum, wenn es um das Thema ‚Prostitution‘ geht?“ So fragte ich mich beim Lesen des Briefes: Wie können Sie ein Verbot von Prostitution fordern? Wie kann es sein, dass Sie sich für die Beschneidung von Arbeiterinnen-Rechten stark machen? Verbote der Prostitution helfen niemandem, vor allem nicht den in ihr tätigen Sexarbeiterinnen. Das sehen wir dann, wenn wir uns Länder ansehen, in denen Prostitution verboten ist. In den USA z. B. sind viele Mütter inhaftiert, da sie durch Prostitution ihre Kinder ernährten. Begrüßen Sie das etwa? Glauben Sie, wenn es ein Migrations-Verbot gäbe, dass in allen Ländern dieselben Standards zu Sicherheiten herrschen würden und niemand mehr aus ökonomischen oder sozialen Gründen zu migrieren bräuchte? Glauben Sie, dass durch ein Verbot der Ehe Männer damit aufhören würden Frauen zu schlagen, und Frauenhäuser überflüssig würden? Ja, eine Welt, in der sich niemand prostituieren muss, die wäre wunderbar. Aber denken Sie ernsthaft, wir erreichen die kommunistische Revolution durch Verbote innerhalb kapitalistischer und patriarchaler Verhältnisse? Vermutlich denken Sie, ein Verbot von Sexkauf sei ein deutliches Zeichen, dass Prostitution nicht gewünscht ist, damit Männer nicht denken, Frauen seien kaufbar oder mietbar? Prima, dann verbieten wir aber auch den Beruf der Putzfrau, damit niemand denkt, es liege in der Natur der Frauen zu wischen. Es gibt zahlreiche Frauen die nicht elitär ausgebildet sind und für die die Prostitution eine Möglichkeit bietet, sich zu finanzieren. Dies zu sehen, heißt, den Zusammenhang von Rassismus, Sexismus und Klassizismus zu begreifen und die Stimmen der Arbeiterinnen, hier der Sexarbeiterinnen, ernst zu nehmen. Darüber hinaus zeigt das schwedische Beispiel, dass ein Verbot von Sexkauf nicht die Prostitution eliminiert und erst recht nicht die Prostituierten unterstützt. Noch zwei inhaltliche Bemerkungen zum Leserinnenbrief: Dass Sexarbeiterinnen in der Prostitution zum Teil weniger Profit einheimsen als BetreiberInnen, liegt an den Strukturen des Gewerbes; an seiner erzwungenen Halb-Legalität, die durch Gesetze die die Prostituierten einschränken entstehen. Und die von Ihnen kritisierte Bezeichnung „Sexarbeit“ haben politisch aktive Huren in den USA Ende der 1970er Jahre erschaffen, der Begriff soll deutlich machen, das es sich beim Prostitution um Arbeit handelt; es ist eine Selbstbezeichnung. Beides sind Aspekte, die Sexarbeiterinnen immer wieder betonen: Sie benötigen die selben Rechte wie andere Arbeiterinnen auch, kein Mitleid und keine Stigmatisierung. Nochmal Monika Gerstendörfer: „So sehr sich die Frauenbewegung auch bemüht, sich vom universal geltenden oder aufoktroyierten Opferstatus der Frau zu befreien, so wenig ist ihr das in Bereich der Prostitution gelungen.“ Ich freue mich sehr, dass es so reflektierte und nachdenkende Menschen wie Frank Laubenburg gibt.

  6. daniel sagt:

    Stellungnahme zu der Sexarbeiter_innen Debatte in der DKP aus der Sicht eines behindertent Kommunisten.
    Es ist gut, das Sexualität von behinderten Menschen kein Tabuthema mehr ist. Behinderte Menschen sind oft in ihrer Autonomie eingeschränkt sei es körperlich oder geistig die Barrieren sind aber meist gesellschaftlicher Natur. Auf Grund der sozialen Verhätnisse nehmen behinderte Menschen häufiger Sexarbeit in Anspruch,um ihre natürlichen Bedürfnisse zu befriedigen. Nun aber mit Hinweis auf die soziale Lage von behinderten Menschen für die Entkriminalisierung der Sexarbeit zu Argumentieren in dem gesagt wird wer normale Sexarbeit verbietet muss die Sexualbegleitung also die Sondersexarbeit für behinderte Menschen auch verbieten und das könne man nicht tun weil diese armen leidenden Wesen ja sonst nie Sex haben ist eine unmarxistische Argumentation denn Sie erkennt die gesellschaftliche stark mit dem Kapitalismus, der alles zur Wahre macht, verbundene Behindertenfeindlichkeit die dazu führt das es behinderte Menschen schwerer haben Sexualpartner_innen zu finden als unveränderlich an. Marxitische Politik muss aber davon ausgehen das Sozialeverhältnisse veränderbar sind. Ich lehne Sonderinstitutionen Sonderschulen Sonderwerkstätte und Sonderheime ab. Deshalb lehne ich auch Sexualbegleitung ab. Sexualbegleiter_innen werden idR positiv dargestellt andere Sexarbeiter_innen werden nach wie vor stigmatisiert. Behinderte Freier_innen werden mit dem Hinweis die können ja nicht anders mitleidig akzeptiert, das hat eine Art Entlasstungsfunktion das sich nichtbehinderte Menschen nicht mit ihren Vorurteilen gegenüber einer behinderten Sexpartner_in beschäftigen müssen, mit dieser extra Behandlung von Behinderten wird eine therapeutische Sicht auf Sex von behinderten Menschen gefördert, anstatt sie als normales menschliches Bedürfnis anzuerkennen? Behinderte Menschen sollten sich frei dazu entscheiden können, ob sie eine sexuelle Diestleistung in Anspruch nehmen wollen oder eine nichtkäufliche Beziehung führen wollen. Dabei helfen Sondereinrichtungen nicht, sondern nur mehr Akzeptanz. Dazu zählen auch Barriere Freie Bordelle, Sonderinstitutionen für behinderte Menschen sind in Zeiten von Inklusion nicht mehr zeitgemäß.
    mit dieser Sonderbehandlung von behinderten Menschen auf dem Gebiet der Sexarbeit trägt man zur weiteren Isolierung behinderter Menschen in der Gesellschaft bei. Um es ganz deutlich zu sagen ich bin gegen den Antrag der Frauen Kommision Sexarbeiter_innen stärker zu krimminalisieren.Sexarbeit entkrimminalisieren Sonderinstitutionen für behinderte Menschen überwinden.
    Geschlechter übergreifende allgemeine Sexarbeit für nichtbehinderte und behinderte Menschen

1 Pings/Trackbacks für "Zur aktuellen Sexarbeitdebatte in der DKP"
  1. […] Artikel ist Bestandteil der DKP Sexarbeitdebatte auf dieser Seite und bei den Leserbriefen in der UZ (Unsere-Zeit, Wochenzeitung der […]

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Aktuelle Ausgabe

Archiv

Buchtipp!

»Muslime vs. Schwule«

Hier das Buch 'Muslime versus Schwule' bestellen

Hier das Buch bestellen