Der regenbogenfarbene 9. September im Märkischen Kreis – Ein Erlebnisbericht

Morgens schon den Genossen im Schlafanzug begrüßend, gings dann sofort mit Sack und Pack (also Schirm, Tisch, Parteiprogramme etc.) los zum alten Marktplatz von Iserlohn. Da wir vorher keinen Plan zu Gesicht bekommen hatten, wo wer denn aufstellen dürfe, sind wir erst mal zur Carmen von der SLIMK (Schwul-Lesbische Initiative des Märkischen Kreises) und haben da schon festgestellt, dass wir (im Gegensatz zu Frankfurt) hier in netterer Nachbarschaft sein würden. Neben uns stand ein „Magnet-Schmuck-Verkaufsstand“, auf der anderen Seite stand das JIMBO (das Jugend-Informations-Mobil Bochum), schräg gegenüber der „Anders-ROOM“ aus Siegen, direkt vor uns sollten „Die Alternativen“ (eine Abspaltung der WASG) aufbauen (taten sie aber nicht), daneben stand die DROBS (Drogenberatungsstelle), daneben stellten sich (weeeeesentlich später) die Tierschutzpartei und (für kurze Zeit, weil sie danach an einen anderen Ort umziehen mussten) die Olivgrünen auf.

Die anderen bürgerlichen Blockparteien verzichteten auf Stände, waren aber durch mehr oder minder prominente Mitglieder auf der Bühne vertreten. Ob Ihrs glaubt, oder nicht, WIR waren der erste und der letzte politische Stand dort. Bis auf drei negative, waren die Reaktionen durchweg positiv. Einige ehemalige SU-Bürger sprangen auf unsere Lenin-Schriften an, eine Frau meinte: „DKP? Die hab ich gewählt und die werd ich wieder wählen! Alle anderen kann man doch vergessen!“ Sie sagte noch was in Bezug auf die momentan verantwortlichen Politiker, aber das werde ich hier nicht wiedergeben. ,-) Zwei Adressen haben wir von Leuten bekommen, die sich zumindest für unsere Arbeit als DKP queer und für die DKP Märkischer Kreis vor Ort interessierten. Für einige war ein kommunistischer Stand auf dem CSD in Iserlohn doch ein neuer Anblick. Wir waren aber relativ schnell als „dazugehörend“ eingestuft, jedenfalls kam es mir so vor, da wir regen und freundlichen Austausch mit unseren Nachbarständen hatten. Insgesamt konnten wir 90 DKP queer-Faltblätter an den Mann/die Frau bringen, einige Programme und blaue Hefte und vieles, was wir sonst noch so am Stand hatten.

Leider besuchte auch dieses Jahr wieder eine rechte religiöse Gruppe den CSD. Einer davon versuchte, mit uns zu diskutieren. Die religiöse Rechte scheint sich immer mehr zum Problem zu entwickeln. Gegen Ende versuchte ein junger Mann, unserer restlichen DKP queer habhaft zu werden (sehr seltsame Sache!) Zwischendurch kamen auch Genossen des KV Märkischer Kreis, um uns mit Bratwurst und Getränken zu versorgen (neben meinem Schatz natürlich, der an der Kuchentheke half). Alles in allem war es für uns mehr als erfolgreich, nicht nur als DKP queer, sondern auch als DKP überhaupt. In den Gesprächen wurde offensichtlich: Wir werden im Bewusstsein der Menschen wieder präsenter und man nimmt uns mehr und mehr als Normalität und Alternative wahr. Beim nächsten mal sollten wir uns allerdings rechtzeitig Gedanken über kleine Präsente machen. Ok, unsere Botschaft ist wichtiger aber wir leben nun mal in einer Pop-Gesellschaftt und mit kleinen „Erinnerungshilfen“ behalten einen die Menschen länger im Kopf. Wir dachten da an Buttons, die eine Regenbogenfahne mit rotem Stern enthalten, Thomas meinte, die SDAJ hätte eine Button-Maschine, oder die Möglichkeit, eine zu bekommen. Nachdem wir beim Abbau mitgeholfen hatten, gönnten Thomas, mein Schatz und ich uns noch die Afterwards-Party mit den anderen von SLIMK. Uns hat es tierischen Spaß gemacht und SLIMK hat es sehr begrüßt, das wir uns beteiligt haben. Sie hoffen darauf, dass wir das fortan immer tun werden. Ich denke, DAS werden wir mit Sicherheit! Demnächst (im nächsten Jahr) dann noch in Düsseldorf, Frankfurt, Berlin, Freiburg oder wo auch immer Genossen vor Ort sind und einen Stand organisieren können. Die Tür ist auf! Wir planen auf dem Nord-, Süd und Westcamp der SDAJ eine Beteiligung, wie dieses Jahr auf dem bundesweiten Pfingstcamp in Warburg. Sollte sich für das Ostcamp jemand finden lassen, dann gerne auch dort.