unglaublich … und doch nicht war?

Lack und Leder jetzt doch erlaubt?

War ja klar…

Der arme, arme CSD-Verein zu Bremen. Nichts Böses war gemeint, alle haben den Verein nur falsch verstanden. So jedenfalls das neueste Statement zum Thema CSD und Fetisch.

„Unterm Regenbogen ist Platz für Alle. Wir wollen das bunte Leben feiern. Und wir wollen uns für Bürgerrechte weltweit einsetzen. Und das mit Respekt und Verantwortungsbewusstsein.

Offensichtlich wurde unser Beitrag “Vision und unsere Grundsätze” vom 15.11.2020 missverstanden, denn wer den CSD Bremen kennt, weiß, dass:

Das CSD Orga-Team zu keinem Zeitpunkt seit Gründung des Vereins (2016) das Tragen von Fetischkleidung auf der CSD Bremen Demo verboten hat. Ganz im Gegenteil. Im Juni 2017 hat das Orga Team beschlossen: „Fetisch Kleidung ja. – Sex, sexuelle Handlungen usw. Nein! – Wir demonstrieren gemeinsam, aber das Ausüben sexueller Handlungen in der Öffentlichkeit gehört nicht dazu!…

Wir denken, dass die Darstellung von Sex, sexuellen Handlungen, wie zum Bespiel symbolische Penetration, Einführen von Dildos tief in den Hals u. Ä. bei der Vertretung unserer Forderungen gegenüber Dritten, wie zum Beispiel der Politik nicht hilfreich ist….“

Erstaunlich, welche Geschütze hier aufgefahren werden, um zu erklären, warum man ja für überhaupt nichts kann. Oder wo waren die Dildos?

„Ein Teilbereich dieser Darstellungen sind auch Fetischhandlungen. Hier geht es zum Beispiel um Handlungen, die stark auf den Sexualakt reduzieren. Auch Handlungen, wo das Publikum nicht erkennen kann, dass sie auf der absoluten Freiwilligkeit und der Möglichkeit jederzeitiger Beendigung durch alle Beteiligten basieren, können problematisch sein. Wenn diese Wahrnehmung zum Beispiel zu einem Zielkonflikt mit der Forderung nach sexueller Selbstbestimmung führt, verlieren Forderungen in den Augen von Zuschauern an Kraft. Wir werden schon oft genug mit dem “Was wollt ihr denn noch”-Argument konfrontiert, da Menschen die noch bestehenden Probleme nicht erkennen.“

Ah, ab jetzt ist die Fetisch-Community raus, die bösen BDSMer sind also schuld.

„Unser ehrenamtlich tätiges Team hat den Grundsatzartikel (Herbst 2020) veröffentlicht und dabei lediglich alle im Laufe der Jahre gefällten Grundsätze zu einem Dokument zusammengeführt. Dass das Wort Fetisch mehrere Bedeutungen hat, wurde dabei schlichtweg übersehen. Was das CSD Bremen Team jedoch nicht übersehen hat, ist die Tatsache, dass Fehler passieren können, wo Menschen arbeiten. Wir haben alle Lesenden in der Einleitung des Grundsatzartikels zum Feedback eingeladen. Für die teilweise konstruktiven Kritiken möchten wir uns sehr bedanken. Und werden in naher Zukunft den Absatz unmissverständlich umformulieren.“

Also, natürlich konnten wir für nichts, schließlich haben wir armen Ehrenamtler nur nicht gemerkt, dass Fetisch wohl mehr als eine Bedeutung hat…

So steht es in der aktuellen Pressemitteilung. Also, kurz zusammengefasst, der Bereich, der ausgegrenzt wird, hat sich ein bisschen verschoben. Trotzdem entscheidet der Verein, wer und was „unter dem Regenbogen“ Platz hat. Und überhaupt, wie könnt ihr es wagen, uns Vorhaltungen zu machen.

Emanzipation erreicht man weiterhin nicht durch Anpassung, mal gleich gar nicht an Konservative und Spießbürger. Wie schon geschrieben: Rechte werden erkämpft, nicht erbettelt.

Dem CSD Bremen sei eine sichtbare, kraftvolle Teilnahme der Fetisch-Community gewünscht. Der Verein hat ja nun recht eindeutig dazu eingeladen.

Die Redaktion bedankt sich erneut bei Hennig für den Beitrag

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