unglaublich …

Auch kein Lack und Leder mehr in Bremen?

…aber wohl wahr, was da beim Bremer CSD-Verein passiert.

Offensichtlich bildet man sich dort ein, dass genügend Anpassung an bürgerliche Werte und Normen einen schon zu schwuler Emanzipation bringt, koste es, wen es wolle. So jedenfalls liest sich folgendes Statement:

„Keine Fetischdarstellung.

Wir wollen über die Probleme von queeren Menschen in der Gesellschaft aufklären.

Wir wollen nicht bewerten, wessen Probleme größer oder kleiner sind. Aber das Darstellen von Fetischen in der Öffentlichkeit finden wir nicht hilfreich, wenn wir bei der gleichen Demonstration und Kundgebung über Themen wie Asylrecht, Trans*Recht oder queere Krankenversorgung sprechen möchten. Gerade bei Fetischen, die für Zuschauende sexuell gelesen werden, stellt sich zusätzlich das Problem, dass das Publikum nicht einwilligen kann (fehlender Konsens im Sinne von Safe, sane, consensual).“

In Bremen bald nicht mehr erlaubt? „Wir müssen draußen bleiben“?

Nein, natürlich soll da nicht eine Gruppe gegen die andere ausgespielt werden. Ganz sicher hat das auch nichts mit der Übernahme spießbürgerlicher Vorstellungen von Moral zu tun, und „was man eben so macht“ (oder besser sein lässt).

Der CSD ist nicht als Kuschelveranstaltung entstanden, und sein Motto ist auch nicht, lasst uns dafür sorgen, dass alle uns gern haben! Rechte werden nicht erbettelt, sie werden erkämpft. In diesem Sinne lesen sich auch diverse Kommentare zum Statement des Vereins in den sozialen Netzwerken.

Fetisch ist Teil der Community, er muss nicht versteckt werden. Wer zu einem CSD kommt, muss wissen, was er* da vielleicht zu sehen bekommt. Wenn das zu viel ist, bleibt lieber weg. Kann schon sein, dass das den braven, angepassten verheirateten Schwulen-Pärchen mit Dackel und Jägerzaun am Eigenheim nicht gefällt. Das sollte aber sonst niemand kümmern müssen.

Offenbar reagiert der Verein jedenfalls noch auf Druck. Neuerdings wird die unsägliche Aussage ergänzt durch folgenden Satz: „17.07.2021, Ergänzung: Unterm Regenbogen ist Platz für alle. Auch für Fetischgruppen. Auch beim CSD Bremen. Wir melden uns später mit einer Erklärung.“

Es bleibt also spannend, wohin der Verein letztlich geht. Wir bleiben dran.

Die Redaktion dankt Henning für diesen Beitrag

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